Vier Bieter im Rennen: Commerzbank will Consors

Vier Bieter im Rennen
Commerzbank will Consors

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) AG, München, hat ihr Interesse an der zum Verkauf stehenden Consors Discount AG, -Broker Nürnberg, offenbar verloren. Die HVB werde kein Gebot für Consors abgeben, hieß es am Freitag aus Finanzkreisen.

vwd/dpa MüNCHEN. "Die HVB ist nicht mehr dabei", hieß es in den Kreisen, nachdem in Medienberichten von mindestens vier Bietern die Rede war. Die Münchner Bank konzentriere sich derzeit auf den Innenausbau und wolle sich nicht in neue Projekte stürzen, hieß es weiter. Die Hypo-Vereinsbank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

HVB-Vorstandssprecher Albrecht Schmidt hatte erst Anfang Januar dieses Jahres Interesse an der Direktbank bekundet. Consors sei interessant und habe viele gute Kunden, erklärte Schmidt damals. Die HVB werde sich Consors gründlich anschauen. Zugleich hatte Schmidt sich gegen die Eingliederung der HVB-Tochter DAB Bank AG gewandt und erklärt: "Wir gehen vom Erfolg dieses Geschäftsmodells aus." Die DAB Bank hat wiederholt ihr Ziel bekräftigt, nach den Verlusten im abgelaufenen Jahr im Geschäftsjahr 2002 wieder die Gewinnschwelle zu erreichen.

Commerzbank bietet für Consors

Die Commerzbank hat indessen ein Angebot für den Nürnberger Online-Broker Consors unterbreitet. Einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt" bestätigte ein Sprecher der Frankfurter Großbank am Freitag in Frankfurt. Nach dem Bericht sind neben der Commerzbank auch die beiden französischen Banken Société Générale und BNP Paribas sowie der amerikanische Online-Broker E- Trade mit im Rennen um ConSors.

Die Commerzbank wolle durch die Übernahme die schlechte Ergebnissituation ihrer Internet-Tochter Comdirect aufbessern, sagte der Sprecher. Für den Zeitraum Januar bis September hatte der mit 644 000 Kunden größte Online-Wertpapierhändler einen Verlust vor Steuern von 59 Mill. ? (115 Mio DM) und einen Bilanzverlust von 84 Mill. ? gemeldet. Die 565 000 Kunden von ConSors könnten diese Zahlen ins Plus bringen, hofft die Commerzbank.

"Wir gehen davon aus, dass der Online-Handel mit Aktien ein interessanter Zukunftsmarkt ist", betonte der Sprecher. Sobald es an den Börsen wieder aufwärts gehe, sei auch wieder mit mehr Transaktionen im Internet zu rechnen. Die Commerzbank hält 58 % der Anteile von Comdirect, 20 % gehören T-Online, der Rest ist in Streubesitz.

Nach Angaben der "Welt" halten Branchenkenner einen Preis von 15 ? je Consors-Aktie für angemessen. Dies entspräche einem Gesamtwert von 700 Mill. ?. Laut dem neuen Übernahmegesetz muss der Käufer nicht nur die 64,5 % Anteile von der angeschlagenen Schmidt-Bank übernehmen, sondern auch allen anderen Aktionären ein verbindliches Angebot unterbreiten. Am Freitagmittag lag der Kurs der Aktie bei rund 11,50 ?. Ende März entscheidet das Kredithaus Metzler darüber, wer ConSors kaufen darf.

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