Vier bis sechs Mill. Osteuropäer nach EU-Erweiterung auf Jobsuche
Deutschland muss mit Zuwanderungswelle rechnen

Deutschland muss nach der EU-Erweiterung mit einer Zuwanderungswelle rechnen. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Forschungsinstitute berichtete, wollen vier bis sechs Millionen Menschen aus den EU-Beitrittsländern sich eine Arbeit in Deutschland suchen.

ap BERLIN. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel will künftige Einwanderungsquoten nicht vom Arbeitskräftebedarf abhängig machen. Die DGB-Vize-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer wandte sich gegen ständig neue Green Cards.

Deutschland übe von allen EU-Ländern die größte Sogwirkung auf die ärmeren Länder in der östlichen Nachbarschaft aus, ermittelten das ifo-Institut in München und IZA in Bonn laut "Welt am Sonntag". Drei Jahre nach EU-Beitritt würden mindestens eine Mill. Migranten aus Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn in Deutschland leben, nach zehn Jahren bis zu drei Mill. und nach 15 Jahren bis zu vier Mill.. Hinzu kämen eine Viertel Mill. Grenzpendler, die täglich zur Arbeit nach Dresden, in den Bayerischen Wald oder die DM Brandenburg führen.

Die EU-Kommission hat besonders auf deutschen Druck hin vorgeschlagen, nach dem EU-Beitritt die Freizügigkeit für Arbeitnehmer für fünf Jahre auszusetzen. Die Übergangsfrist kann auf sieben Jahre verlängert werden. Die Beitrittsländer wehren sich gegen diese Sperre.

Merkel sagte in einem "Focus"-Interview: "Ich bin dagegen, dass jede Branche rufen darf, sie brauche noch Zuwanderer." Bei knapp vier Mill. Arbeitslosen dürfe man nicht in allen Bereichen dauerhaft den Zuzug ermöglichen. "Die CDU wird konkrete Vorschläge für den Niedriglohnsektor machen, denn Arbeit muss sich für alle lohnen", sagte Merkel.

Auch Engelen-Kefer sagte im Kölner "Express": "Nur weil ein paar Unternehmensgruppen jammern, ihnen fehlten Arbeitskräfte, kann die Politik nicht schrittweise die Schleusen öffnen." Zunächst müsse die Arbeitslosigkeit durch eine breite Qualifizierungsoffensive abgebaut werden.

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