Vier bis zehn neue Anbieter sollen Gegengewicht aufbauen
Gas Natural: Beginn eines neuen Aufwärtstrends

Gas Natural kontrolliert rund 85 Prozent des spanischen Gasmarktes und verfügt damit faktisch über das Monopol. Kein Wunder, dass die Gaspreise in Spanien zu den höchsten in Europa zählen.

DÜSSELDORF. In einer neuen Liberalisierungsrunde will die spanische Regierung jetzt für mehr Preiskonvergenz zu den anderen europäischen Gasmärkten sorgen. Bis 2003 muss Gas Natural ein Viertel seines Erdgasvolumens und einen Teil seines Leitungsnetzes abtreten, um den Marktanteil auf maximal 70 Prozent zu kappen. Langfristig sollen vier bis zehn neue Anbieter ein Gegengewicht zu Gas Natural aufbauen. Mit der Wahlfreiheit für Großabnehmer bekam das Unternehmen bereits 1999 erste Konkurrenz. Damals endete auch die langjährige Hausse der Aktie.

Doch offenbar werden die negativen Folgen der Liberalisierung auf die Ertragskraft von Gas Natural weit überschätzt. Denn die Gewinnreihen zeigen trotz sinkender Gaspreise weiterhin mit zweistelligen Wachstumsraten nach oben. Plausibel wird dies mit einem Blick auf die hohen Wachstumsreserven des spanischen Gasmarktes. Allein bis 2010, so die Analysten, soll die Gasnachfrage in Spanien um das Zweieinhalbfache zunehmen. Derzeit beziehen erst zehn Prozent der 40 Millionen Einwohner Spaniens Erdgas. Eine hohes Nachfragepotenzial bilden außerdem die großen spanischen Stromkonzerne, die verstärkt auf Erdgas als Energiequelle setzen.

Gas Natural wäre damit auch für ein ausländisches Unternehmen interessant. Auch die jüngst erfolgte Übernahme der britischen Lattice Group durch National Grid dürfte für Bewegung in der sonst eher langweiligen Branche sorgen. Ausgangspunkt einer möglichen Übernahme wäre Repsol YPF, mit 47 Prozent größter Aktionär bei Gas Natural. Seit der Argentinienkrise ringt Repsol nach Luft. Ahnlich wie die Großbank BSCH könnte auch der Ölkonzern an den Verkauf von Beteiligungen denken. Den Rest für eine Mehrheit müsste ein Interessent über die Börse zukaufen. Charttechnisch sollte der Kursanstieg über den langjährigen Widerstand bei 21 Euro der Beginn eines neuen Aufwärtstrends sein.

Quelle: Wirtschaftswoche

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