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Vier geplatzte Börsengänge 2004

2004 ist kein leichtes Jahr für Börsengänge. Vier von bisher sieben geplanten Aktienplatzierungen in Deutschland sind geplatzt. Die erwartete befreiende Wirkung des Postbank-Börsengangs im Juni blieb offensichtlich aus. Europas größter Touristikkonzern TUI sagte den geplanten Börsengang seiner Schifffahrtstochter Hapag- Lloyd am Dienstag ab. Die bisherigen Versuche dieses Jahres von Postbank, X-Fab, Siltronic, Mifa, Wincor Nixdorf und ATU:

dpa-afx HAMBURG. 2004 ist kein leichtes Jahr für Börsengänge. Vier von bisher sieben geplanten Aktienplatzierungen in Deutschland sind geplatzt. Die erwartete befreiende Wirkung des Postbank-Börsengangs im Juni blieb offensichtlich aus. Europas größter Touristikkonzern TUI sagte den geplanten Börsengang seiner Schifffahrtstochter Hapag Lloyd - am Dienstag ab. Die bisherigen Versuche dieses Jahres von Postbank, X-Fab, Siltronic, Mifa, Wincor Nixdorf und ATU:

Postbank - Holprig ist der lange geplante Börsengang der Postbank verlaufen. Am 6. Juni gibt die Deutsche Post eine Preisspanne von 31,50 bis 36,50 ? bekannt. Diese wird als zu hoch kritisiert und der Börsengang am 19. Juni um zwei Tage auf den 23. Juni verschoben. Die Post setzt den Ausgabepreis auf 28,50 ?. Das Interesse ist immens. Aktuell kostet die Aktie rund 29,40 ?.

X-FAB - Der Erfurter Halbleiterhersteller sagt am 17. März nach Vorwürfen "dilettantischer" Vorbereitung den Gang an die Börse zwei Tage vor dem geplanten Debüt ab. Die 11,5 Mill. Aktien finden zum Preis von zehn bis 14 ? nicht genug Interessenten. Vor allem Pannen im Verkaufsprospekt werden kritisiert. Die niederländische ING-Bank als Konsortialführer begründet das Aus "mit sich verschlechternden Bedingungen an den Kapitalmärkten".

Siltronic - Auch der Halbleiter-Zulieferer aus dem Münchner Wacker-Konzern gibt am 24. März - zwei Tage vor dem angesetzten Termin - auf. Die Börsenpläne würden erst nach einer "Beruhigung" der Aktienmärkte weiterverfolgt, heißt es. Zuvor ist noch von einer hohen Nachfrage die Rede. Wie viele Investoren die Aktien in der Preisspanne von 14,50 bis 19 ? zeichneten, wird nicht bekannt. Im Idealfall hätte gut eine Milliarde Euro eingesammelt werden sollen.

Mifa - Die Mitteldeutschen Fahrradwerke aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt gehen am 17. Mai als erstes Unternehmen seit eineinhalb Jahren an die Frankfurter Börse. Für je 9,25 ? werden insgesamt 1,5 Mill. Aktien angeboten. Die Emission ist überzeichnet. Nach einem anfänglichen Kursanstieg taucht die Aktie zeitweise weit unter den Ausgabepreis ab. Zuletzt notiert sie bei 8,12 ?.

Wincor Nixdorf - Nur zwei Tage später, am 19. Mai, geht der Geldautomatenhersteller aus Paderborn an die Börse. Der Ausgabepreis wird mit 41 ? am unteren Ende der Preisspanne von bis zu 50 ? festgelegt. Der Erlös aus der Aktienplatzierung beträgt insgesamt mehr als 300 Mill. ?. Die Aktie liegt am Dienstagvormittag bei knapp 48 ?.

ATU - Die Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger aus Weiden in der Oberpfalz verschiebt ihren Börsengang am 26. Mai zwei Tage vor Zeichnungsbeginn auf unbestimmte Zeit. Als Grund werden schwierige Marktbedingungen für Neuemissionen und eine unsichere Stimmung an den Finanzmärkten genannt. Die Aktie sollte ursprünglich vom 16. Juni an gehandelt werden - einige Tage vor der Postbank. Experten schätzten das mögliche Volumen des Börsengangs auf mindestens eine Milliarde Euro.

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