Vier Häuserblocks in Brand
Airbus-Absturz war vermutlich ein Unfall

Ein vollbesetzter Airbus A-300 ist am Montag kurz nach dem Start in New York in der Luft auseinandergebrochen und mit 255 Personen an Bord in ein Wohngebiet gestürzt. Mehrere Häuser gingen in Flammen auf. Es gab zunächst keine Hinweise auf einen Terroranschlag, dennoch befand sich die Stadt in höchster Alarmbereitschaft, denn das Unglück ereignete sich fast genau zwei Monate nach den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon.

ap NEW YORK. Von den Flugzeuginsassen überlebte wohl niemand. Nach dem Absturz sind bis zum Montagnachmittag (Ortszeit) 161 Tote geborgen worden. Dies teilte Bürgermeister Rudolph Giuliani mit.

Am Boden gab es mindestens 30 Verletzte, Berichte über Tote lagen nicht vor. Das FBI ging Bericht nach, dass es eine Explosion an Bord der American-Airlines-Maschine gab, die auf dem Weg in die Dominikanische Republik war. Die Leitung bei den Ermittlungen übernahm aber die Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB), was darauf hindeutete, dass kein krimineller Hintergrund vermutet wurde. Bei dem Geräusch, dass viele für eine Explosion gehalten hätten, könne es sich um einen katastrophalen mechanischen Fehler gehandelt haben, hieß es.

Der Airbus A-300 mit dem Ziel Santo Domingo stürzte kurz nach 09.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) ab, etwa acht Kilometer vom Flughafen John F. Kennedy entfernt. An Bord der Maschine waren nach Angaben der American Airlines 246 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Augenzeugen berichteten, Trümmerteile seien vom Himmel gefallen. Ein Triebwerk landete abseits im Parkplatz einer Tankstelle und verfehlte die Tanks nur knapp. Ein großes Teil einer Tragfläche wurde im Meer vor der Küste von Queens gesichtet. In Queens, wo viele Feuerwehrleute, die bei den Rettungsarbeiten in Manhattan zum Einsatz oder auch ums Leben kamen, wohnen, wurden vier Wohnhäuser zerstört, vier weitere schwer beschädigt. Viele Menschen verließen in Panik den Stadtteil, andere eilten aber auch zum Unglücksort, um zu sehen, ob sie helfen könnten. Eine große schwarze Rauchwolke war auch Kilometer entfernt noch zu sehen.

Flugschreiber wurde bereits gefunden

Kampfjets kreisten über der Absturzstelle im Stadtteil Queens. Wenige Stunden nach dem Unglück wurde der Flugschreiber gefunden, der die technischen Daten während des Flugs festhält. Er soll jetzt untersucht werden. Augenzeugen zufolge sollen Flammen aus dem linken Triebwerk geschossen sein. Die Maschine habe auch Probleme gehabt, an Höhe zu gewinnen, hieß es.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, sagte, es gebe keine Auffälligkeiten im Funkverkehr zwischen Cockpit und Tower. "Es sieht nicht nach einem Terroranschlag aus", sagte Fleischer. Airbus wollte nach eigenen Angaben zur Untersuchung der Absturzursache Spezialisten aus Frankreich in die USA entsenden. Bürgermeister Rudolph Giuliani rief die Bürger zur Ruhe auf. "Wir werden ein zweites Mal auf die Probe gestellt, und wir werden auch diese Probe bestehen", sagte er. Die drei New Yorker Flughäfen wurden nach dem Unglück vorübergehend geschlossen, der U-Bahn-Verkehr in Queens zeitweise eingestellt. Alle Brücken und Tunnel in New York wurden vorübergehend für den normalen Verkehr gesperrt, lediglich Einsatzfahrzeuge durften passieren. Der Sitz der Vereinten Nationen, wo die Generalversammlung tagte, wurde abgeriegelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%