Vier Hauptsponsoren waren Auslöser für Reformidee: Biathlon-Verband will Vermarktung reformieren

Vier Hauptsponsoren waren Auslöser für Reformidee
Biathlon-Verband will Vermarktung reformieren

Mit dem Erfolg ist der Hunger nach noch mehr Geld gekommen: Der Verband will eine eigene Agentur gründen und den Biathlon-Weltcup zentral vermarkten. Den bislang damit beauftragten Vermarktern passt das natürlich gar nicht.

SALT LAKE CITY. Biathlon hat sich zu den Top-Sportarten im Winter entwickelt, und der wichtigste Markt ist Deutschland. Da halten der Olympiasieg von Andrea Henkel und die Silbermedaille von Frank Luck das Interesse an der Sportart hoch. Die Internationale Biathlon-Union (IBU) hat sich in den vergangenen jahren kooperativ gegenüber dem Fernsehen verhalten und so den kommerziellen Erfolg der Skijäger gefördert. Denn mit der Einführung so interessanter Disziplinen wie Massenstart und Verfolgungsrennen hat der Sport gerade für das Fernsehen an Attraktivität gewonnen. Außerdem haben sich die Funktionäre bei der Termingestaltung nach den Wünschen der TV-Anstalten gerichtet. Alleine ARD/ZDF und Eurosport übertragen mehr als 100 Stunden pro Saison. Nach einer Umfrage des Kölner Marktforschungsinstituts Sport+Markt ist nur noch Skispringen für die Wintersportinteressierten interessanter als Biathlon.

Aus dem Erfolg will der Verband jetzt Kapital schlagen. Die IBU plant, im kommenden Jahr eine Vermarktungsreform durchzusetzen, um noch mehr Geld zu erwirtschaften. Die IBU will eine eigene Agentur gründen und den gesamten Weltcup zentral vermarkten. Den Veranstaltern werden höhere Einnahmen versprochen, eine Garantiesumme in Höhe von zwei Millionen Euro für jeden der neun Weltcup-Veranstalter ist im Gespräch. Aber es sollen nur noch vier Sponsoren im Boot sein, die nach Vorstellungen der IBU dann mehr Geld für mehr Exklusivität zahlen sollen.

Auslöser für die Reformidee ist der Protest der vier Hauptsponsoren Ruhrgas, Viessmann, Krombacher und Bosch, die sich über die Unübersichtlichkeit bei den Werbeflächen beschwert haben. Denn immer mehr Firmen werben mit ihrem Logo. "Biathlon ist eine attraktive Plattform, die die großen Sponsoren natürlich nicht mit allen teilen wollen", meint Simon Trägner von der Ruhrgas-Agentur Akzio. Denn neben der Wiener Agentur APF, die im Auftrag der IBU den Weltcup vermarktet, verdienen auch andere Firmen am Boom mit. Zum Beispiel F+F aus Ruhpolding, die sieben Weltcups betreut. Hinter dieser Firma stecken unter anderem die ehemaligen Biathleten Herbert Fritzenwenger und Fritz Fischer.

Bei einer Zentralvermarktung soll APF eventuell weiter mit einbezogen werden, aber für F+F würde es das Aus bedeuten. Denn auf Grund der Kontakte der beiden ehemaligen Biathleten hat sich die Agentur bisher noch nicht in anderen Sportarten engagiert. Heiner Kramer, der gemeinsam mit Fritzenwenger F+F führt, warnt: "Es besteht die Gefahr, den Sport kaputtzumachen, das kann alles kippen wie im Training."

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