Vier Lizenzen für zwei Bewerber
Frankreichs UMTS-Auktion fehlen die Bieter

Falls Bouygues endgültig auf eine Bewerbung verzichtet, bleiben lediglich zwei Interessenten für die vier von der Regierung ausgeschriebenen UMTS-Mobilfunklizenzen, hieß es. Das als Interessent gehandelte Konsortium des Versorgers Suez Lyonnaise und der spanischen Telefonica hatte bereits seinen Verzicht auf die Ausschreibung bekannt gegeben.

Reuters PARIS/ROM. Der kleinste französische Mobilfunkanbieter Bouygues Telecom wird sich nach Angaben aus italienischen Branchenkreisen nicht um eine UMTS-Lizenz in Frankreich bewerben. Sofern Bouygues endgültig auf eine Bewerbung verzichte, blieben lediglich zwei Interessenten für die vier von der Regierung ausgeschriebenen UMTS-Mobilfunklizenzen, hieß es. Neben dem Mischkonzern Bouygues ist Telecom Italia an dem Mobilfunkbetreiber Bouygues Telecom beteiligt. Bei Bouygues Telecom stand am Dienstag eine Sitzung des Verwaltungsrates auf der Tagesordnung, der über das Vorgehen beim UMTS-Mobilfunk beschließen soll. Mehrheitseigentümer Bouygues teilte am Nachmittag nach den Verlautbarungen aus den Kreisen mit, die Sitzung des Verwaltungsrates dauere noch an.

Das als Interessent gehandelte Konsortium des Versorgers Suez Lyonnaise und der spanischen Telefonica hatte bereits seinen Verzicht auf die Ausschreibung bekannt gegeben. Als bislang einziges Unternehmen hat der französische Mobilfunkanbieter SFR am Dienstag seine offizielle Bewerbung um eine Lizenzen eingereicht. Die Tochter des Telekom-Konzerns Cegetel im Besitz von Vivendi Universal und Vodafone übergab der Regulierungsbehörde in Paris einen 130 Kilogramm schweren Container, der eine 32 000 Seiten umfassende Bewerbung enthielt. Der französische Mobilfunkmarktführer Orange, die Mobilfunktochter von France Telecom, hat noch bis Mittwoch Zeit, ihre Bewerbung einzureichen.

In Frankreich werden die vier UMTS-Mobilfunklizenzen vom Staat für zusammen knapp 20 Mrd. Euro vergeben. Ungeachtet des geschrumpften Teilnehmerfeldes will die Regierung an ihren Plänen zur Vergabe der Lizenzen festhalten. Im Gegensatz zu Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz werden die UMTS-Lizenzen in Frankreich nicht versteigert, sondern vom Staat anhand vorgelegter Unternehmenspräsentationen gegen Gebühr vergeben. Für dieses Vergabeverfahren hat sich die Bezeichnung "Schönheitswettbewerb" durchgesetzt. Im Rahmen solcher Wettbewerbe waren auch in Spanien, Finnland und Schweden die UMTS-Lizenzen vergeben worden.

Die Deutsche Telekom hatte sich nach Gesprächen mit anderen Konsortien Ende November gegen die Teilnahme an dem Vergabeverfahren für die UMTS-Lizenzen in Frankreich entschieden. Das Unternehmen hatte dies damit begründet, dass man in Frankreich über keine Kundenbasis im Mobilfunk verfüge.

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