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Vier Palästinenser bei Angriffen getötet

Israelische Kampfhubschrauber haben nach palästinensischen Angaben am Dienstagabend in zwei Wellen Ziele in der Nähe des palästinensischen Flüchtlingslagers Chan Junis im Gaza-Streifen angegriffen.

rtr GAZA-STADT. Dabei seien mindestens vier Palästinenser getötet und elf weitere verletzt worden, teilten Sanitäter ergänzend mit. Zuvor hatte der US-Sonderbotschafter Anthony Zinni nach Gesprächen mit israelischen und palästinensischen Sicherheitsvertretern erklärt, er werde seine Bemühungen um einen Frieden in Nahost fortsetzen.

Die Hubschrauber hätten zwei Gebäude in der Nähe des Lagers, das oberhalb der jüdischen Siedlung Newe Dekalim liegt, mit Raketen beschossen, erklärten palästinensische Sicherheitskräfte. Nach einem ersten Angriff seien die Hubschrauber zurückgekehrt und hätten von israelischen Bodentruppen unterstützt erneut angegriffen.

Die israelische Armee erklärte, die Streitkräfte hätten das Feuer erwidert, nachdem ein Militärposten beschossen worden sei. In israelischen Sicherheitskreisen wurde der Hubschrauberangriff bestätigt. Nach den Hubschrauberangriffen hätten Palästinenser mit Granaten Häuser und Autos jüdischer Siedler beschossen, verlautete aus israelischen Sicherheitskreisen. Daraufhin habe ein israelischer Panzer ein verlassenes Haus beschossen, von dem die Granaten vermutlich abgeschossen worden seien.

Der israelische Minister für innere Sicherheit, Usi Landau, sagte im israelischen Armeerundfunk, der Kampf gegen die Palästinenser müsse kontinuierlich geführt werden und dürfe nicht nur eine Reaktion auf deren Angriffe sein.

Er werde die Sicherheitsgespräche mit Israel und den Palästinensern fortsetzen, sagte Zinni. Anzeichen für Fortschritte auf dem Weg zu einem Waffenstillstand habe es in den Gesprächen mit Sicherheitsvertretern allerdings nicht gegeben, sagte Zinni. Das Büro von Ministerpräsident Ariel Scharon erklärte, Israel werde weiterhin gezielt gegen Terroristen vorgehen und Vergeltung für Feuerüberfälle üben.

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat warf Scharon in einem Interview mit einer kuwaitischen Zeitung vor, dieser verfolge ihn seit der israelischen Invasion in den Libanon 1982. Damals habe der frühere General Scharon versucht, ihn aus Beirut zu vertreiben. Nun versuche Scharon abermals, ihn loszuwerden, sagte Arafat der Zeitung "El Rai el Aam". Scharon habe entweder die Geschichte vergessen oder nichts aus ihr gelernt.

Der Außenpolitik-Koordinator der EU, Javier Solana, hatte Arafat am Dienstag gedrängt, entschieden gegen militante Palästinenser vorzugehen. Solana sagte am Dienstag nach Gesprächen mit Scharon und Arafat, es sei Arafats Pflicht, die Gewalt zu beenden. Solanas Besuch soll die Bemühungen des US-Vermittlers Zinni unterstützen, der sich für eine Waffenruhe in Nahost einsetzt.

Die EU-Außenminister hatten Arafat bereits am Montag aufgefordert, die Palästinenser zur Beendigung des seit über einem Jahr anhaltenden Aufstands in den besetzten Gebieten aufzurufen. Israel wiederum solle keinen weiteren militärischen Druck auf die Palästinenser-Regierung ausüben.

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