Vier-Punkte-Plan für Neupositionierung
Openshop verkündet aktuelle Prognosen

Der Neu-Ulmer Software Openshop Holding AG-Anbieter erwartet im zweiten Quartal 2001 einen noch höheren Verlust als in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Reuters NEU-ULM. "Auf Grund der erhöhten Investitionen und der Restrukturierung wird der Verlust im zweiten Quartal weiter ansteigen", teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Dienstag anlässlich seiner Hauptversammlung mit. Für das vierte Quartal 2002 kündigte Vorstandschef Bruno Rücker schwarze Zahlen an. Der Verlust nach Steuern hatte sich im ersten Quartal bei einem Umsatz von 1,6 Millionen Euro auf 3,84 Millionen Euro belaufen. Mit Kosteneinsparungen im Marketing, Vertrieb und beim Personal will Openshop die Ertragslage verbessern.

M.M.Warburg-Analyst Thorsten Barnstedt äußerte sich skeptisch zur veränderten Strategie, nach der das Unternehmen künftig verstärkt Projekt- und Beratungsdienstleistungen anbieten will. Im März hatte Rücker noch daran gezweifelt, ob Openshop die Gewinnschwelle im kommenden Jahr erreichen werde. Für 2001 rechnet der Vorstandschef mit einem Umsatzwachstum zwischen 20 und 40 Prozent. Eine Ergebnisprognose machte er jedoch nicht. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 12,9 Millionen Euro umgesetzt und mit einem Fehlbetrag von 19,4 Millionen Euro seine Prognosen um 15 Prozent verfehlt.

Rücker erläuterte auf der Hauptversammlung das geplante Vier-Punkte-Programm zur Neupositionierung von Openshop. Neben Kosteneinsparungen plane das Unternehmen Akquisitionen und den Zukauf von Lizenzen. Während des Umbaus der US-Aktivitäten würde sich Openshop auf die Geschäfte im deutschsprachigen Raum konzentrieren. Ziel der Maßnahmen sei es, die Qualitätsführerschaft auf dem deutschen Markt zu übernehmen.

Openshop-Aktie verliert

Für M.M.Warburg-Analyst Barnstedt ist nicht nachvollziehbar, an wen sich die veränderte Strategie richtet. "Mir ist nicht klar, welchen Kunden die IT-Beratung von Openshop einen Mehrwert bringen soll", sagte Barnstedt der Nachrichtenagentur Reuters. Das Vier-Punkte-Programm sieht der Analyst ebenfalls skeptisch. "Die Kosteneinsparungen bringen das Geschäft nicht vorwärts", fügte er hinzu. "Dass Openshop jetzt Lizenzen zukaufen will, wundert mich. Das ist doch eigentlich der Bereich, den das Unternehmen bisher selbst abgedeckt hat", sagte Barnstedt, der die Aktien seit März zum Verkauf empfiehlt. Openshop habe zwar noch genug Geld in der Kasse, aber auch das werde immer weniger.

In einem allgemein allgemein schwächeren Marktumfeld am Neuen Markt verlor die Openshop-Aktie bis Dienstagnachmittag 2,63 Prozent und notierte bei 6,67 Euro.

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