Vier-Säulen-Modell soll bestehen bleiben
Bayer verteidigt Konzernstrategie und lehnt Auspaltung ab

Die Bayer AG hat ihre bisherige Konzernstrategie des so genannten Vier-Säulen-Modells verteidigt und erneut eine Aufspaltung der Gruppe abgelehnt. "Die derzeitige Organisationsform erleichtert die Führung der Geschäfte und die Realisierung der bestehenden Synergien", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Tagesordnung für die Bayer-Hauptversammlung Ende April.

Reuters LEVERKUSEN. Die Konzernführung des Leverkusener Chemie- und Pharmaunternehmens reagierte damit auf den Antrag eines US-Aktionärs, die Bayer AG in drei eigenständige Einheiten für die Sparten Pharma, Chemie und Agrochemie aufzuteilen. Bayer legt am Donnerstag auch die detaillierten Zahlen für 2000 vor.

Der amerikanische Großinvestor Tweedy, Brown Fund hatte vor einigen Tagen angekündigt, auf der Bayer-Hauptversammlung die von Finanzmarktexperten seit langem geforderte Teilung des Konzerns erwirken zu wollen. Bayer setzte diesen Antrag auf die Tagesordnung für das Aktionärstreffen. Tweedy, Brown beantragt den Angaben zufolge, den Vorstand anzuweisen, Maßnahmen und Vorbereitungen zu treffen und entsprechende notarielle Dokumente aufzusetzen, die eine Dreiteilung des gesamten Geschäftsbetriebs der Bayer für die pharmazeutischen, chemischen und agrochemischen Aktivitäten vorsehen. Der Vorstoß von Tweedy Brown ist nach Bayer-Angaben in seiner Art bislang einzigartig für den Konzern.

Bayer hatte den Vorstoß des US-Aktionärs zurückgewiesen und ging auch obligat in der Tagesordnung auf die Forderung von Tweedy Brown ein. Der Vorstand habe sich kontinuierlich mit der Frage der Aufspaltung beschäftigt und werde dies auch künftig tun, heißt es in der Tagesordnung. "Wir sind überzeugt, in allen Kerngeschäften unserer vier Arbeitsgebiete über die Ressourcen, Kompetenzen und Positionierungen zu verfügen, die es uns ermöglichen, Wachstum und Renditen in Höhe der jeweils führenden Wettbewerber zu erreichen." Die Bayer-Führung verteidigte damit erneut ihr "Vier-Säulen-Modell" mit den Sparten Gesundheit, Landwirtschaft, Polymere und Chemie.

Der Bayer-Vorstand zeigte sich mit Blick auf mögliche Änderungen bei der Konzernstruktur allerdings auch flexibel. "Sollten sich Optionen zu signifikanten externem Wachstum bestimmter Aktivitäten ergeben, können wir aus der bestehenden Organisationsform heraus jederzeit zügig reagieren", hieß es in der Tagesordnung weiter. Der Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr habe allerdings den bisherigen Unternehmenskurs bestätigt, weshalb an der Strategie festgehalten und der Antrag von Tweedy, Brown abgelehnt würden. Die Bayer-Aktie gewann am Donnerstag im frühen Geschäft in einem freundlichen Börsenumfeld mehr als 1 % auf 49,50 Euro.

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