Vier Standorte werden geschlossen
United Airlines bäumt sich auf

Mit Standortschließungen, Kapazitätsabbau und geringeren Investitionen will die schwer angeschlagene US- Fluggesellschaft United Airlines drastische Einsparungen erreichen.

dpa CHICAGO. Mit Standortschließungen, Kapazitätsabbau und geringeren Investitionen will die schwer angeschlagene US- Fluggesellschaft United Airlines drastische Einsparungen erreichen. Am Donnerstag kündigte die gegen einen möglichen Konkurs ankämpfende Gesellschaft die Schließung der vier internationalen Standorte Düsseldorf, Mailand, Caracas und Santiago an. Auch die Flüge dorthin sollen eingestellt werden.

Zusätzlich will die weltweit zweitgrößte Fluggesellschaft auf mehreren Transatlantik-, Asien- und Lateinamerikaflügen kleinere Flugzeuge des Typs Boeing-767 statt des Großraumflugzeugs Boeing-777 einsetzen. Damit will das Unternehmen jährlich rund 120 Millionen Dollar (123 Mio Euro) einsparen.

Von den Standortschließungen seien insgesamt 229 Mitarbeiter betroffen. Die letzten Flüge nach Düsseldorf, Caracas und Santiago sind für den 6. Januar geplant, nach Mailand fliegt United Airlines am 21. Januar letztmalig. Passagiere mit späteren Flügen sollen auf andere Airlines umgebucht werden.

United-Chef Glenn Tilton machte die anhaltende Gewinneinbußen auf diesen Strecken verantwortlich. Das Unternehmen will die betroffenen Märkte durch seine Star-Alliance-Partner Lufthansa und Varig bedienen. Bereits Anfang der Woche hatte die Fluggesellschaft mitgeteilt, dass in den USA 1250 Beschäftigte nach Hause geschickt werden sollen, um so jährlich 100 Millionen Dollar einzusparen. Das Unternehmen hat einen neuen Geschäftsplan für staatliche Kreditgarantien in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar bei der Hilfsbehörde für die Fluggesellschaften ATSB (Air Transport Stabilization Board) in Washington eingereicht. Die Behörde war nach den Terrorattacken vom 11. September letzten Jahres gebildet worden, um die US-Fluggesellschaften zu unterstützen.

Hauptbestandteile des Plans sind Tarifkonzessionen in Höhe von 5,8 Milliarden Dollar über fünfeinhalb Jahre. Urspünglich hatte die United 9 Milliarden Dollar an Konzessionen von den eigenen Mitarbeitern verlangt. Die United muss noch mit fünf Einzelgewerkschaften entsprechende Vereinbarungen treffen. Hinzu kommen sollen weitere Kostensenkungen in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar sowie Ersparnisse von rund 400 Millionen Dollar.

Die United plant auch einen weiteren Kapazitätsabbau um 12 Prozent und eine Senkung der Investitionen um 1,2 Milliarden Dollar im Zeitraum 2003 bis 2005. Das Unternehmen will sich außerdem mit seinen Lieferanten, Leasing-Partnern und Geldgebern über Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzposition verständigen.

Der ursprüngliche Hilfsantrag war bei der Hilfsbehörde wegen unzureichender Sparmaßnahmen auf wenig Gegenliebe gestoßen. Die United hat nur noch zwei Milliarden Dollar liquide Mittel, und alleine im vierten Quartal werden Schulden von 955 Millionen Dollar fällig.

Die Airline hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen starken Umsatzrückgang von 18 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Der Neunmonatsverlust erreichte 1,7 Milliarden Dollar. Die UAL erwarte auch für das vierte Quartal und für das Gesamtjahr 2002 einen "erheblichen Verlust", hatte sie vor wenigen Tagen bekannt gegeben.

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