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Vier Tote bei israelischem Großeinsatz im Gazastreifen

Die israelische Armee hat am Donnerstag bei ihrem Großeinsatz im Gazastreifen mindestens vier Palästinenser getötet. Die Streitkräfte drangen im Morgengrauen mit zahlreichen Truppen tiefer in den nördlichen Abschnitt des teilautonomen Gebiets vor.

dpa JERUSALEM. Die israelische Armee hat am Donnerstag bei ihrem Großeinsatz im Gazastreifen mindestens vier Palästinenser getötet. Die Streitkräfte drangen im Morgengrauen mit zahlreichen Truppen tiefer in den nördlichen Abschnitt des teilautonomen Gebiets vor.

Mit Panzern und Kampfhubschraubern rückten sie bis in den Außenbezirke des Flüchtlingslagers Dschabalia und der Ortschaft Bet Lahia vor. Dabei kam es zu Gefechten mit bewaffneten Bewohnern. Drei Palästinenser kamen bei einem Hubschrauberangriff auf eine Gruppe bewaffneter Männer ums Leben, ein vierter wurde im Süden des Gazastreifen bei Morag erschossen. Etwa 20 Palästinenser wurden verletzt.

Die Armee hatte die Militäroperation in der Nacht zum Mittwoch begonnen, um den andauernden Raketenbeschuss israelischer Ortschaften in Grenznähe zu unterbinden. Im Westjordanland wurde am Donnerstag in einem Flüchtlingslager bei Ramallah bei Zusammenstößen zwischen Armee und palästinensischen Demonstranten ein 15-jähriger tödlich verletzt, als ein Militärjeep ihn überfuhr. Am Vorabend hatten Soldaten in Jericho einen von Israel gesuchten militanten Palästinenser erschossen.

Die Palästinensische Autonomiebehörde warnte Israel am Donnerstag vor einer Ausweisung des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat. Dies würde unweigerlich zum Zusammenbruch aller Friedenbemühungen im Nahen Osten führen. Israels Außenminister Silwan Schalom hatte am Vorabend gesagt, die Verbannung Arafats rücke immer näher. Bereits zu Wochenbeginn hatte Verteidigungsminister Schaul Mofas betont, Israel strebe weiterhin die vor einem Jahr von der Regierung grundsätzlich beschlossene Ausweisung Arafats an.

Ministerpräsident Ariel Scharon sagte am Mittwochabend, er wolle den Siedlungsblock Gusch Ezion sowie die Siedlerstädte Ariel und Maalei Adumim im Westjordanland mit der umstrittenen Sperranlage umschließen und damit Israel einverleiben. Die Zeitung "Haaretz" schrieb am Donnerstag, Scharon habe dies bei einer Beratung mit der Militärspitze sowie Repräsentanten des Justizministeriums festgelegt. Bei dem Treffen sei ein Teil des neuen Verlaufs des Sperrzauns im Bereich Jerusalem gebilligt worden. Die Route musste verändert werden, nachdem das Höchste Gericht Israels Ende Juni entschieden hatte, die Mauer störe das tägliche Leben der palästinensischen Bevölkerung zu erheblich.

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