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Vier Tote bei Selbstmordanschlag in Tel Aviv

Ein palästinensischer Attentäter hat bei dem ersten Selbstmordanschlag in Tel Aviv seit mehr als eineinhalb Jahren drei Menschen mit sich in den Tod gerissen. Der 18-jährige zündete am Montag auf einem belebten Markt in der israelischen Küstenstadt einen Sprengsatz.

dpa TEL AVIV/PARIS. Ein palästinensischer Attentäter hat bei dem ersten Selbstmordanschlag in Tel Aviv seit mehr als eineinhalb Jahren drei Menschen mit sich in den Tod gerissen. Der 18-jährige zündete am Montag auf einem belebten Markt in der israelischen Küstenstadt einen Sprengsatz.

Die Detonation verletzte nach Angaben von Rettungssanitätern zudem mindestens 30 Menschen. Der schwer kranke Palästinenserpräsident Jassir Arafat habe den Selbstmordanschlag von seinem Krankenbett in Paris aus verurteilt, wie ein Berater dort mitteilte. Arafat, der in einem Pariser Militärkrankenhaus behandelt wird, geht es nach Angaben aus seiner Delegation vom Montag "deutlich besser".

Der Zustand Arafats, der auf eine Blutkrankheit untersucht wird, wurde als stabil bezeichnet. "Wir sind jetzt zuversichtlicher und beruhigter, was die Gesundheit des Präsidenten angeht", sagte ein nicht namentlich genannter hoher Vertreter der Palästinenser in Paris. "Wir hoffen, dass in zwei Tagen alle Untersuchungen abgeschlossen sein werden." Der 75-Jährige beginne "nach und nach wieder zu essen und mit all denen zu sprechen, die um ihn herum sind", hatte die Repräsentantin der Palästinenser in Frankreich, Leila Schahid, erklärt.

Zu dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv bekannte sich am Montag die Volksfront zur Befreiung Palästinas (Pflp). "Der Anschlag beweist, dass sich innerhalb der Autonomiebehörde nichts geändert hat", sagte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon. Israel werde seine Politik fortsetzen, bis die Palästinenserführung ernsthafte Schritte für Reformen und gegen die "Infrastruktur des Terrors" unternehme.

Der Selbstmordattentäter zündete seinen Sprengsatz auf dem Karmel-Basar im Zentrum der Stadt, wie die Polizei mitteilte. Augenzeugen berichteten, blutüberströmte Opfer hätten nach der Explosion orientierungslos versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Der Markt, auf dem Obst, Gemüse und billige Kleidung feilgeboten werden, ist ein beliebtes Einkaufsziel der Einwohner Tel Avivs. Den letzten Selbstmordanschlag in Tel Aviv hatte ein britischer Muslim im April 2003 in einem Strandcafé verübt. Im Juli dieses Jahres hatten die Al-Aksa-Brigaden eine an einer Bushaltestelle versteckte Bombe gezündet und eine Frau getötet.

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