Vier UN-Mitarbeiter bei neuen Angriffen getötet
USA haben Lufthoheit über Afghanistan erobert

Am dritten Tag der Luftangriffe haben die Vereinigten Staaten nach eigenen Angaben den Luftraum über Afghanistan erobert. Die USA hätten die "Lufthoheit" errungen, sagte US-Generalstabschef Richard Myers am Dienstag in Washington.

afp ISLAMABAD/KABUL. Zuvor waren bei US-Angriffen vier UN-Mitarbeiter getötet worden. Zum ersten Mal flogen US-Kampfflugzeuge Angriffe auch am Tag und nahmen den Flughafen der Taliban-Hochburg Kandahar sowie die Region Maiwand im Süden unter heftigen Beschuss. Seit Montagabend seien mindestens 35 Zivilisten getötet oder verletzt worden, sagte ein Talibansprecher der Nachrichtenagentur AFP. Der Taliban-Botschafter Abdul Salam Saif sprach erneut von "offenem Terrorismus" und drohte mit dem Einsatz von bis zu "zwei Millionen islamischen Märtyrern".

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, die von den USA geführten Streitkräfte seien nun in der Lage, "mehr oder weniger rund um die Uhr" Ziele in Afghanistan unter Beschuss zu nehmen. Fast alle Flugplätze der herrschenden Taliban-Miliz seien beschädigt worden. Er appellierte an die bewaffnete Opposition, den Kampf gegen die Taliban fortzuführen.

Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle am Dienstagabend sei der Strom ausgefallen, berichteten Einwohner der Hauptstadt Kabul. Die in Afghanistan regierende Taliban-Miliz beschoss nach eigenen Angaben Flugzeuge über der Stadt Dschalalabad. Im Gegensatz zur ersten Nacht leisteten britische Truppen lediglich mit Tankflugzeugen logistische Unterstützung. Der britische Premierminister Tony Blair kündigte Besuche in Oman und Ägypten für Mittwoch und Donnerstag an. Kanada wollte 2000 Soldaten samt Schiffen und Flugzeugen in die Region entsenden.

In Kabul zerstörte ein Marschflugkörper das Büro eines von der Uno finanzierten Minenräumprojektes und tötete vier Afghanen. Laut einer UN-Sprecherin in Islamabad waren die Mitarbeiter der Afghan Technical Consultants (ATC) sofort tot. Das Pentagon wollte eigenen Angaben zufolge untersuchen, ob eine Rakete fehlgeleitet wurde.

Laut Pentagon wurden am Dienstagmorgen 15 Marschflugkörper auf Telekommmunikationsanlagen gefeuert. Auch 20 Kampfflugzeuge waren demnach im Einsatz. Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA wurde der Chef der Luftwaffe Achtar Mohammed Mansur getötet. Zwei Transportflugzeuge der US-Militärbasis Ramstein warfen erneut Notrationen über dem von Dürre und Hunger geplagten Land ab.

Auch das Haus von Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar wurde angegriffen. Laut Salam Saif konnte Omar das Haus rechtzeitig verlassen und ist am Leben. Auch der gesuchte Moslemextremist Osama bin Laden sei am Leben und verstecke sich in den afghanischen Bergen.

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