Vierfacher Hexensabbat
Wall Street schließt uneinheitlich

Erfreuliche Geschäftsprognosen von Schwergewichten wie General Electric und General Motors sowie Zinssenkungserwartungen haben am Freitag die Standardwerte gestützt. Technologiewerte litten dagegen unter Gewinnmitnahmen.

rtr NEW YORK. Das Börsengeschäft stand auch im Zeichen des Verfalls sowohl von Termingeschäften als auch von Optionen auf Börsenindizes und einzelne Aktien. An diesem so genannten vierfachen Hexensabbat ist der Handel gewöhnlich von vergleichsweise starken Kursschwankungen geprägt, weil Marktteilnehmer die Kurse von Papieren, auf die sie Derivate besitzen, in die gewünschte Richtung treiben wollen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,23% höher auf 9 200 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,10% auf 995 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag dagegen 0,22% im Minus auf 1 645 Punkten.

"Es gab heute zwei Themen am Markt, die erwarteten Ergebnisse für das zweite Quartal und die bevorstehende Zinssitzung der US-Notenbank", sagte ein Analyst. Analysten rechnen allgemein mit einer Senkung der US-Zinsen in der nächsten Woche. Die von Reuters befragten Primärhändler von US-Staatsanleihen sagten dabei mehrheitlich eine Reduzierung des Geldmarkt-Schlüsselzinses um 50 Basispunkte auf 0,75% voraus. Eine Zinssenkung gilt als ein Mittel zur Ankurbelung der Konjunktur, da sich Unternehmen dann billiger mit Kapital für Investitionen eindecken können.

Vor allem die Aktien von General Electric (GE) und General Motors (GM) trieben den Dow nach oben. Der GE-Kurs legte um 0,5% auf 30 Dollar zu. Der Mischkonzern hatte zuvor seine Ergebnisprognosen für das zweite Quartal und das Gesamtjahr bekräftigt. Dies wurde am Markt positiv aufgenommen, da zuletzt mehrere Analysten ihre Erwartungen für GE reduziert hatten.

GM-Titel gewannen 1,4% auf 38,59 Dollar. Konzernchef Rick Wagoner hatte am Vortag gesagt, der gesamte Auto-Absatz in den USA werde 2003 voraussichtlich am oberen Ende der bisherigen Prognose liegen. Er äußerte zugleich die Hoffnung, dass im kommenden Jahr wegen der erwarteten Konjunkturerholung der Druck auf die Autohersteller nachlassen werde, mit margenschmälernden Kaufanreizen ihre Geschäfte anzukurbeln. Nach den Äußerungen Wagoners hatte eine Investmentbank die GM-Aktien hochgestuft.

Die Wall Street wird seit mehr als drei Monaten von der Hoffnung auf eine baldige Konjunkturbelebung beflügelt. Zahlreiche Marktbeobachter haben aber mittlerweile die Sorge, dass die Wirtschaft sich nicht schnell genug erholt, um die in den Kursen bereits enthaltenen Erwartungen zu rechtfertigen. Dies führte Händlern zufolge bei den Technologiewerten, die seit Mitte März um fast 30% zugelegt hatten, zu Gewinnmitnahmen.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,68 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 573 Werte legten zu, 1 666 gaben nach und 199 waren unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,70 Mrd. Aktien 1 572 im Plus, 1 600 im Minus und zwei unverändert.

An den US-Kreditmärkten notierten die zehnjährigen Staatsanleihen mit 102 um 11/32 tiefer und rentierten mit 3,382%. Die 30-jährigen Bonds verloren 22/32 auf 114-20/32 Zähler. Sie rentierten mit 4,45%.

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