Vierte Medaille in Athen wegen Dopingvergehens aberkannt
Dummer Fehler: Ukrainischer Doppelvierer verliert Bronze

Eine Ruderin des ukrainischen Doppelvierers hat ein Medikament eingenommen, dass auf der Doping-Liste steht. Jetzt ist die Medaille weg. Jetzt rückt Australien auf den dritten Rang vor.

HB ATHEN. Durch den Fehler einer Mannschaftsärztin hat die Crew des ukrainischen Frauen-Doppelvierers die Bronzemedaille nachträglich verloren. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Donnerstag bestätigte, wurde eine Ruderin des Dopings überführt. Das Ruder-Quartett wurde bestraft, weil Olena Olefirenko ein von der Team-Medizinerin Ganna Grischenko verordnetes stimulierendes Medikament erhalten hatte. Es enthielt die verbotene Substanz Ethamivan.

"Sie konnte nicht wissen, was in dem Medikament enthalten war. Durch den Fehler einer Ärztin verlieren vier unschuldige Athletinnen ihre Medaille", sagte Denis Oswald, Präsident des Ruder- Weltverbandes. Deshalb werde der Verband nach den Spielen wahrscheinlich von Sanktionen gegen die Ruderinnen aus der Ukraine absehen. Allerdings denkt die FISA darüber nach, die Medizinerin voraussichtlich für vier Jahre für Einsätze bei Wettkämpfen zu sperren. Das IOC behält sich das Recht vor, bei einer Nominierung der Ärztin für die Winterspiele 2006 in Turin und die Olympischen Spiele 2008 in Peking ihre Zulassung genau zu überprüfen.

Im Rudersport ist es erst der zweite Doping-Fall in der olympischen Geschichte. 2000 in Sydney war der lettische Einer-Fahrer Andris Reinholds der Einnahme des anabolen Steroids Nandrolon überführt worden. Er war von der FISA lebenslang gesperrt worden. Damit wurde bei den Spielen in Athen bereits zum vierten Mal eine Medaille wegen eines Dopingvergehens aberkannt. Zuvor mussten Robert Fazekas (Diskus/Ungarn) und Irina Korschanenko (Kugel/Russland) Gold zurückgeben; im Gewichtheben wurde dem Griechen Leonidas Sampanis Bronze aberkannt.

Im Doppelvierer-Finale hatte das deutsche Team um Schlagfrau Kerstin El-Qualqili (Potsdam) auf dem See in Schinias seinen Titel vor Großbritannien und der Ukraine verteidigt. Bronze geht nun an die viertplatzierten Australierinnen.

Offiziell vom IOC bestätigt wurde am Donnerstag auch die Disqualifikation und der Olympia-Ausschluss des ungarischen Gewichthebers Zoltan Kovacs wegen Verweigerung einer Doping- Kontrolle. Der 27-Jährige hatte den Regelverstoß nach dem Wettbewerb in der Klasse bis 105 kg begangen. Seinem Landsmann Fazekas war wegen des gleichen Verstoßes nach dem Diskus-Finale der Olympiasieg aberkannt worden.

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