Viertelfinale
Niederlande "nun gegen Guus"

Auf dem Weg zum angestrebten EM-Titel kommt der Niederlande im Viertelfinale ein alter Bekannter in die Quere. Trainer Guus Hiddink will seine Landsleute mit den Russen aufhalten.

Ausgerechnet Guus Hiddink. Das Duell des niederländischen Trainers in russischen Diensten mit der Auswahl seines Heimatlandes sorgt vor dem EM-Viertelfinale am Samstag (20. 45 Uhr/live im ZDF) in Basel für zusätzliche Spannung. Während sich der 61 Jahre alte Coach mit seiner Mannschaft Außenseiterchancen ausrechnet, ist "Oranje"überzeugt, dass auch Hiddink das Team von Marco van Basten nicht stoppen kann.

Von der Titelseite des Telegraaf strahlte Hiddink seine Landsleute am Donnerstag an, als könne er das Duell mit seinem Heimatland gar nicht erwarten. "Samstag gegen Guus", schrieb das Blatt, als stünde ein persönliches Kräftemessen Niederlande gegen Hiddink bevor. Auch das Algemeen Dagblad ("Und nun gegen Guus") schürte sogleich die Vorfreude auf das Wiedersehen mit dem ehemaligen Bondscoach (1995 bis 1998), erwartet aber dennoch den Durchmarsch der "Elftal" zum EM-Titel: "Oranje wächst und wächst. Die Zeit ist reif - jetzt oder nie."

Die Russen sehen sich allerdings eher in der Rolle des Spielverderbers denn als Sparringspartner für den Topfavoriten. "Jetzt zittert ihr, Holländer", mutmaßte die Zeitung Rossijskaja Gazeta. Doch von Angst kann keine Rede sein. Nach einer aktuellen Umfrage im Land des Europameisters von 1988 erwarten 55 Prozent der Niederländer, dass ihr Team am 29. Juni im Finale in Wien steht. Immerhin 40 Prozent glauben sogar fest an den Titelgewinn.

Bislang traf Hiddink nur zweimal als Nationaltrainer im Ausland auf die Niederlande. In einem Testspiel vor der WM 2006 trotzte er mit Australien dem "Oranje"-Team ein 1:1 ab, im Februar vergangenen Jahres gab es für Russland unter dem Coach eine 1:4-Niederlage gegen die Mannschaft von van Basten. "Wir konnten in dem Spiel eine Stunde mithalten. Aber damals und heute ist ohnehin nicht mehr vergleichbar", sagt Hiddink.

Einen Vorteil sieht er beim Gegner eher deshalb, weil van Basten im letzten Gruppenspiel gegen Rumänien (2:0) einen Großteil seiner Leistungsträger schonen konnte. "Viele von ihnen haben fünf Tage mehr Pause als meine Spieler. Das ist in so einem Turnier nicht unwichtig." Dennoch freut sich der Trainer-Weltenbummler auf den Vergleich: "Für mich ist das ein besonderes Spiel. Ich kenne den Trainer, die Spieler und alle, die sonst noch zum Team gehören."

In der Spielstatistik zwischen beiden Ländern liegen die Niederlande vorn. In insgesamt acht Begegnungen mit Russland und den Vorgängern GUS und Sowjetunion siegte "Oranje" viermal und verlor bei zwei Unentschieden nur zwei Partien. Gleich zwei Duelle gab es bei der EM 1988, als die Sowjetunion zunächst in der Gruppenphase mit 1:0 die Oberhand behielt, ehe die Niederländer das Finale in München durch Tore von Ruud Gullit und van Basten 2:0 gewannen.

© SID

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