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Vierter Auswärtssieg in Serie: Hertha wieder da

Dank Nando Rafael darf Hertha BSC wieder träumen. Der 20 Jahre alte Stürmer aus Angola schoss die Berliner mit seinem Tor zum 1:0 (0:0)-Erfolg bei Hannover 96 und nährte schon verloren geglaubte Ambitionen auf den Einzug in das internationale Geschäft.

dpa HANNOVER. Dank Nando Rafael darf Hertha BSC wieder träumen. Der 20 Jahre alte Stürmer aus Angola schoss die Berliner mit seinem Tor zum 1:0 (0:0)-Erfolg bei Hannover 96 und nährte schon verloren geglaubte Ambitionen auf den Einzug in das internationale Geschäft.

"Der Endspurt hat uns gerettet und lässt uns zufrieden in die Winterpause gehen", resümierte Trainer Falko Götz nach dem versöhnlichen Jahresausklang. Das siebte Spiel ohne Niederlage in Serie - darunter vier Erfolge auf fremdem Terrain - führte Hertha in das obere Tabellen-Drittel der Fußball-Bundesliga, worauf nach dem verkorksten Saisonbeginn kaum noch jemand zu hoffen gewagt hatte.

Arne Friedrich allerdings schon. "Wir haben heute wieder eine sehr gute Mannschaftsleistung gezeigt. Ich denke, dass hier wieder ein Team zusammenwächst", meinte der Nationalspieler nach dem letztlich etwas glücklichen Sieg. Den hatte der lange verletzte Friedrich in seinem erst neunten Saison-Einsatz mit einem Pass auf Nando mustergültig vorbereitet. "Nicht nachdenken, einfach annehmen und schießen", beschrieb der Matchwinner das Erfolgsrezept, das in der 54. Minute zu seinem vierten Saisontreffer führte.

Die gute Serie dürfte erfahrungsgemäß das Umfeld des Berliner Traditionsvereins Luftschlösser bauen lassen. Nicht nur Nando warnte davor. "Wir haben einen guten Lauf, dürfen jetzt aber nicht abheben. Wir müssen konsequent weiter arbeiten und in der Rückrunde wieder neu angreifen", forderte der Angreifer, der Ex-Nationalstürmer Fredi Bobic auf die Bank verdrängte. Diese Maßnahme hat Götz zu verantworten, aber sie wird ihm nach dem sportlichen Aufschwung ebenso wenig verübelt wie die Nichtberücksichtigung von weiteren einstigen Leistungsträgern wie Marco Rehmer und Michael Hartmann.

Hannovers Coach Ewald Lienen schreckte im bisherigen Saisonverlauf vor ähnlich einschneidenden personellen Konsequenzen nicht zurück und sah sich dafür trotz der ersten Heimniederlage seit dem 28. September bestätigt. "Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Wir haben immer am Limit gespielt, alles gegeben und auch sehr guten Fußball geboten", befand der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer scheinbar zufrieden.

Aber er haderte doch mit dem verloren Punkt, den seiner Meinung nach Schiedsrichter Stefan Trautmann (Florstadt) zu verantworten hatte. Der Referee erkannte in der Schlussminute den vermeintlichen Ausgleichstreffer von Per Mertesacker wegen einer angeblichen Behinderung von Herthas Torwart Christian Fiedler nicht an. "Wenn jemand im Fünf-Meter-Raum steht, dann steht er da. Er kann sich ja nicht in Luft auflösen und sagen: Ich gehe jetzt an die Seite, damit du den Ball fangen kannst", schilderte Lienen die streitbare Situation aus seiner Sicht.

Beinahe alle der 43 096 Zuschauer in der AWD-Arena sahen dies ebenso. Aber letztlich zogen sie von dannen mit der beruhigenden Gewissheit, eine so erfolgreiche Halbserie ihrer "Roten" erlebt zu haben wie noch nie in der Bundesliga-Geschichte ihres Vereins. "Wenn uns das einer vor der Saison gesagt hätte, hätte ihm keiner geglaubt", zog Hannovers Manager Ilja Kaenzig zu Recht ein positives Halbzeit-Fazit nach den kaum für möglich gehaltenen 28 Punkten aus den ersten 17 Partien.

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