Viertgrößte US-Investmentgesellschaft Putnam will deutschen Markt erobern
US-Fondsmanager setzen auf europäische Healthcare-Aktien

Es ist längst nicht alles Technologie, was glänzt. Dies hätten die jüngsten Kursverluste von Tech-Aktien einmal mehr gezeigt, sagte Thomas V. Reilly, Leiter des Europageschäfts des US-Fondshauses Putnam Investment, am Rande einer Präsentation in Frankfurt.

rez FRANKFURT. Er hält aktuell die Sektoren Healthcare - also Pharma, Bio- und Medizintechnik - sowie Versicherungen für aussichtsreich. In europäischen Aktienfonds fänden sich z.B. die französische Aventis oder Allianz. Das gelte im übrigen sowohl für die Fonds, die auf Wachstumsaktien (Growth-Ansatz) als auch auf unterbewertete Aktien (Value-Ansatz) setzen, meint Reilly. Während die Value-Fonds in den vergangenen Monaten etwa mit Ölaktien Gewinne einstrichen, hätten die Growth- Fonds mit Schwerpunkt auf Technologiewerte im Zuge der schwachen Börse Verluste verbucht, berichtet er.

Von vielen Technologieaktien wie der Deutschen Telekom, die über ihre vielen Akquisitionen Shareholder Value verwässere, habe man sich bereits getrennt. Über die aktuellen Zukäufe auf niedrigem Kursniveau reduzierten die Putnam-Fondsmanager das Übergewicht vorsichtig weiter. Generell bezeichnet Reilly die Haltung seines Hauses gegenüber europäischen Tech-Aktien als abwartend: "Wir schauen uns zunächst die kommenden Ergebniszahlen an", sagt er. Um erfolgreich in New-Economy-Titel zu investieren, dürften Anleger ohnehin nicht nur auf Technologie-Sparten starren. Manche Firmen klassischer Branchen wie Citigroup oder General Electric hätten Informationstechnik längst eingeführt und erzielten höhere Gewinnzuwächse als manches New-Economy-Unternehmen.

In den Putnam-Portfolios sind europäische Aktien aktuell neutral gewichtet. Die Aussichten für den Aktienmarkt schätzt Dirk M. Morris, Leiter Währungsstrategie bei Putnam, auf Sicht der kommenden zwölf Monate passabel ein: Die Gewinnzuwächse der Firmen dürfen zwar etwas abnehmen, aber der steigende Inlandskonsum und der schwache Euro stützten. Als Risiken macht er neben Kapitalabflüsse wegen der Euro-Krise und die M&A-Mania europäischer Firmen aus. Dagegen gewichtet Morris US-Aktien über. Zwar nehme das Wachstum ab, doch die Produktivitätszuwächse der US-Unternehmen stützten den Markt. In Japan sei man zur Diversifizierung leicht übergewichtet, obwohl dort die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen sei.



Putnam will den deutschen Markt erobern

Das US-Fondshaus Putnam, das sich mit einem verwalteten Vermögen von 425 Mrd. $ zur weltweiten Nummer acht der Asset Manager zählt, strebt nun mit zunächst 13 Fonds auf den deutschen Markt. In Europa verwalten Putnam bisher 10 Mrd. $ für institutionelle Kunden und 10 Mrd. $ für italienische Privatkunden über ihre Beteiligung an der Bank Bipop Carire. In Deutschland wolle Putnam gleichermaßen professionelle und private Kunden gewinnen, sagte Jeffrey M. Miller, verantwortlich für das Europa-Geschäft. Dafür sollen unabhängige Finanzberater, Maklerpools, Banken und Brokerhäuser gewonnen werden. "In fünf Jahren vollen wir zu den drei führenden Auslandsfondshäusern in Deutschland gehören", erklärt Miller.

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