Viola Bauer erreicht über 30 Kilometer guten siebten Platz
Lasutina fährt mit Wut im Bauch zu Gold

Überschattet vom Dopingverdacht gegen den dreimaligen Olympiasieger Johann Mühlegg hat sich die Russin Larissa Lasutina mit der Goldmedaille im 30-km-Langlauf zur erfolgreichsten Wintersportlerin aller Zeiten gekrönt.

HB/sid SOLDIER HOLLOW. Drei Tage nach ihrer Schutzsperre vor dem Staffel-Wettbewerb wegen einer unerlaubt hohen Hämoglobinkonzentration stürmte die 36 Jahre alte Russin im letzten Einzel-Wettbewerb der Spiele von Salt Lake City zu ihrem insgesamt sechsten Olympiasieg.

Mit drei weiteren Silber- sowie einer Bronzemedaille löste sie Ljubow Jegorowa an der Spitze der ewigen Bestenliste ab. Hinter Lasutina besserten Gabriella Paruzzi (1:48,1 Minuten zurück) und 15-km-Olympiasiegerin Stefania Belmondo (1:52,6) mit Silber und Bronze die Medaillenbilanz der Italiener noch einmal auf. Die Schutzsperre vor der Staffel, die am Ende das deutsche Quartett gewonnen hatte, war für die russische Delegation der auslösende Moment gewesen, mit der vorzeitigen Abreise von den Spielen zu drohen. Die Russen sahen sich nicht nur hier krass benachteiligt.

Mit dem siebten Platz sorgte Staffel-Olympiasiegerin Viola Bauer (Oberwiesenthal/4:16,1 zurück) noch einmal für einen Achtungserfolg der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV), der insgesamt das beste Abschneiden einer Langlauf-Mannschaft seit 22 Jahren feiern konnte. Staffel-Olympiasiegerin Manuela Henkel (Oberhof) hatte "verwachst" und stieg bei Kilometer 20 aus. Neben dem sensationellen Staffel-Gold der Damen hatten Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) und Peter Schlickenrieder (Hirschau) jeweils Silber bei der Olympia-Premiere der Sprintrennen gewonnen. Begonnen hatte der Höhenflug mit der Bronzemedaille der 4x10-km-Staffel. "Unsere jahrelange Aufbauarbeit hat sich in einer Weise ausgezahlt, wie wir es selbst nicht für möglich gehalten haben. Dass die Langläufer mehr Medaillen gewinnen als die Skispringer, war außerhalb jeder Vorstellungskraft", sagte Thomas Pfüller, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV).

"Eigentlich ist unsere Planung erst auf die WM 2005 in Oberstdorf und die Olympischen Spiele 2006 in Turin ausgerichtet. Wenn wir so weiter arbeiten kann unsere junge Mannschaft dort noch erfolgreicher sein", meinte Pfüller: "Jetzt ändern sich die Maßstäbe. Wir werden an Medaillen gemessen, aber davor haben wir keine Angst." Insgesamt kostet die olympische Leistungsexplosion den DSV und die Sporthilfe Rekord-Prämien von 270 000 Euro. Nach Nagano hatte der DSV überlegt, die Förderung wegen der langjährigen totalen Erfolglosigkeit gänzlich einzustellen. Auch im sportlichen Bereich sind die Grundlagen für einen Ausbau des Höhenfluges gelegt. Bis auf den Olympia-Zweiten Peter Schlickenrieder, der seine Karriere beendet, bleibt das Team in den nächsten Jahren zusammen. Ehemalige Junioren-Weltmeister wie Axel Teichmann (Lobenstein/22 Jahre) und Jens Filbrich (Oberhof/22) bestanden ihre Olympia-Premiere. Im Frühjahr soll Erfolgstrainer Jochen Behle die alleinige Verantwortung für den A-Kader erhalten. "Besonders stolz bin ich darauf, wie es der Mannschaft gelungen ist, die taktischen Marschrouten in den entscheidenden Rennsituationen umzusetzen. Ich hatte nicht gedacht, dass wir schon so weit sind", meinte Behle. Der ehemalige Spitzenläufer will das von ihm selbst maßgeblich forcierte System des Stützpunkt-Trainings weiter ausbauen.

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