Virtuelle Demos
"Verdunkelte Websites" gegen den Krieg

Unmittelbar nach Kriegsbeginn finden auch auch im Internet zunehmend Protestaktionen statt. Im World Wide Web organisieren sich die Kriegsgegner grenzüberschreitend.

lü DÜSSELDORF. Unmittelbar nach Kriegsbeginn finden auch auch im Internet zunehmend Protestaktionen statt. So dokumentieren zahlreiche Journalisten mit "verdunkelten Webseiten" im Internet ihre Ablehnung gegen den Irak-Krieg. Inzwischen hätten sich über 100 Journalistenseiten auf ganz individuelle Weise an der Antikriegs-Aktion beteiligt, erklärte Birgit Schießl von der Agentur ad publica Public Relations. "Manche Journalisten färben ihre Webseiten schwarz, andere lassen einen Teil ihrer Website leer oder platzieren Antikriegsbanner", erklärte sie gegenüber Handelsblatt com. Darunter seien bekannte Journalistenportale wie www.newsroom.de, www.pressguide.de, www.auslandsreporter.de sowie die Rechercheplattform www.jourweb.com. "Newsroom trägt schwarz: Journalisten gedenken den Opfern des Kriegs im Irak" formuliert das Internetportal des Oberauer-Verlages seinen Protest.

Mit "verdunkelten Webseiten" dokumentieren auch Vertreter von Journalisten-Ausbildungstätten ihre Ablehnung gegen den Krieg: Dazu zählen die Journalistenakademie in München, der Journalist und Herausgeber der Buchreihe Journalistische Praxis Walther von La Roche oder Professor Klaus Meier, Leiter des Studiengangs Online-Journalismus an der Fachhochschule Darmstadt. Auch Printmedien und Radiosender haben sich angeschlossen, beispielsweise Verlag und Redaktion des Medienmagazins "Cut" und die Online-Redaktion von "radio EINS" (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg). "Gefreut haben wir uns, dass sich auch der bekannte Journalist Franz Alt mit seiner Webseite www.sonnenseite.com in die Liste eingetragen hat", so Peter Diesler vom Internetportal Journalismus.com, der diese Idee und zusammen mit dem Journalistenangebot Pickings.de koordiniert.

Die Anti-Kriegs-Proteste via Interenet formieren sich inzwischen weltweit. So rief die internationale Friedensorganisation "Answer" in den USA auf seiner Internet-Seite zu weiteren Demonstrationen und Protesten auf, um diesen "brutalen, illegalen und kriminellen Aggressionskrieg" zu stoppen. Das deutsche "Netzwerk Friedenskooperative", ein Zusammenschluss von Kriegsgegnern, hatte per Internet und Handzetteln für den "Tag X" zu rund 350 Kundgebungen und Demonstrationen in ganz Deutschland aufgerufen. Die neue "Internationale des Friedens" werde nicht durch eine weltweite Organisation geschaffen, sondern "durch die globale Kommunikation Tausender und Abertausender lokaler Friedensinitiativen via Internet", teilte der Bundesausschuss Friedensratschlag,ein Zusammenschluss verschiedener deutscher Friedensgruppen, mit.

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