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Virtueller Ausbruch aus dem Knast

Es gibt fast alles im Netz: virtuelle Rathäuser, virtuelle Universitäten - und jetzt auch noch ein virtuelles Gefängnis. Nein, dies ist nichts für wagemutige Internetsurfer, die gerne mal wissen möchten, wie es sich anfühlt, eingesperrt zu sein...

Sozusagen, der Knast zum Ausprobieren. Big Brother für Fortgeschrittene. Mitnichten. Es ist vielmehr die Selbstdarstellung des größten deutschen Gefängnisses, der Justizvollzugsanstalt Tegel in Berlin, unter der Homepage www.planet-tegel.de. Mit ein paar Klicks gibt es Einblick in die Zelle eines Knastbruders, ein paar Klicks weiter kommen Fotos von der täglichen Essensanlieferung aus der Gefängnisgroßküche.

Ab Mitte Dezember nun gibt es zusätzlich eine Online-Zeitung der Insassen, in der sie über ihren Alltag hinter den hohen Mauern berichten und per E-Mail Kontakt zu ihren (nicht inhaftierten) Lesern suchen. Ein kleiner virtueller Ausbruch aus dem Gefängnis. Ist er gefährlich? Nein, denn dahinter lauern ebenso wenig Gefahren wie hinter den guten alten Briefen, die bisher zwischen Knast und dem Rest der Welt auf dem Postweg hin und her gegangen sind. Nur mit einem Unterschied: Das Netz beschleunigt die Kommunikation, gibt den Insassen das Gefühl, nicht völlig von der Welt abschnitten zu sein. Und das hat mit Sicherheit positive Wirkung auf ihre Sozialisierung. Und für die bislang uninformierten Surfer bietet diese Seite einen guten Einblick in die kleine abgeschlossene Gefängniswelt in Berlin-Moabit.

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