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Vision E-Government

Spätabends mit einem Glas Wein in der Hand das Rathaus betreten und endlich die Ummeldung für die neue Altbauwohnung in Angriff nehmen - dies soll nach Ansicht der E-Government-Experten nicht länger eine wunderbare Vision sein...

Etwa 10 000 Rathäuser gibt es in der Bundesrepublik und fast alle von ihnen wollen in den kommenden Jahren Dienstleistungen für ihre Bürger ins Internet stellen. Anmelden, Pässe beantragen, Bauanträge stellen - viele zeitaufwendige Behördengänge sollen bald elektronisch möglich sein und den User dann nur noch einige Klicks kosten.

Die Zukunft wird rosarot gezeichnet, doch die Realität ist erst einmal mausgrau: Die meisten der etwa 2 500 deutschen E-Rathäuser, die es bislang im Netz gibt, sind reine Schaufenster. Interaktiver Austausch wird nur in vereinzelten Pilotprojekten erprobt. Und das wird wohl auch noch einige Zeit so bleiben, wenn man eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Mummert und Partner berücksichtigt: Demnach haben die deutschen Kommunen massive Schwierigkeiten, Computerexperten einzustellen, weil diese lieber lukrativere Jobs in der freien Wirtschaft annehmen. Und wo keine Computerexperten sind, können auch nicht entsprechende Pläne für eine E-Verwaltung umgesetzt werden.

Aber es ist nicht nur das Geld, das den Kommunen fehlt. Nach wie vor haftet den deutschen Rathäusern der Makel der verstaubten Amtsstuben an. Kaum einer erwartet ernsthaft, dass es in den Behörden innovativ zugeht. Doch dies ist ein Vorurteil, das es so schnell wie möglich abzubauen gilt. Andernfalls ist die Ankündigung, Deutschland sei auf dem Weg zu einem E-Government, kaum glaubwürdig.

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