Vize-Kandidat Lieberman unterstreicht Unterschiede zu Republikanern
US-Demokraten küren Gore zum Kandidaten

In Los Angeles wurde neben dem Präsidentschaftskandidaten auch der jüdische Senator Joe Lieberman zu seinem Stellvertreter gekürt.

afp LOS ANGELES. Die US-Demokraten haben Vizepräsident Al Gore auf ihrem Konvent in Los Angeles offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten und den jüdischen Senator Joe Lieberman zu seinem Stellvertreter gekürt. Gore wurde am Mittwochabend (Ortszeit) von seiner Tochter Karenna vorgeschlagen, die ihn als warmherzigen und liebevollen Vater beschrieb. Der Vizepräsident stattete dem Konvent einen Überraschungsbesuch ab, der die Delegierten begeisterte. Lieberman pries Gore als Mann des Mutes und der Weitsicht. Der Senator unterstrich in seiner Parteitagsrede die Unterschiede in den Weltanschauungen zwischen Demokraten und Republikanern.

Gore betrat nach der Rede seiner Tochter unangekündigt die Bühne, um sie zum Dank zu umarmen. Bei der darauf folgenden Abstimmung erreichte er mit den Stimmen der Delegierten aus Florida die notwendige Mehrheit und wurde schließlich einstimmig nominiert.

Lieberman sagte, er werde sich "das Herz aus dem Leib arbeiten", um Gore zum nächsten Präsidenten der USA zu machen. Demokraten und Republikaner sähen alle wichtigen Fragen wie Umweltschutz, Krankenversicherung, Bildung, Steuern und Minderheiten mit unterschiedlichen Augen. Die Demokraten stünden für Fortschritt statt Parteipolitik und für Reform statt Abkehr vor den wahren Problemen. "Ich bin froh, dass die Republikaner ihre Rhetorik geändert haben", sagte er. "Aber ich wünschte, sie würden auch ihre Politik ändern."

Der Vizekandidat und seine Frau Hadassah lösten Begeisterungsstürme mit ihren Auftritten aus. "Ist Amerika ein großartiges Land, oder was?", rief Lieberman zu Beginn seiner Rede in Anspielung darauf, dass er der erste jüdische Vizepräsident der USA werden könnte. Gore sei ein Familienvater, der allen moralischen Ansprüchen genüge. Er habe sich seine ganze politische Karriere hindurch von seinen Werten leiten lassen. "Wegen seiner Ehrlichkeit, seiner Stärke, seiner Integrität und seines Charakters muss Al Gore der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein."

Offiziell wollte der Vizepräsident die Nominierung am Donnerstag annehmen. Seine mit Spannung erwartete Rede schrieb er nach eigenen Angaben selbst. Laut Umfragen muss er die US-Wähler erst noch davon überzeugen, ihn genauso sympathisch und vertrauenswürdig zu finden wie seinen republikanischen Konkurrenten George W. Bush. Der Nachfolger von US-Präsident Bill Clinton wird im November gewählt.



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