Vize-Präsident Al Gore soll nominiert werden
Parteitag der Demokraten beginnt in Los Angeles

Im kalifornischen Los Angeles beginnt am Montag der Wahlparteitag der amerikanischen Demokraten, auf dem Vize-Präsident Al Gore zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten nominiert werden soll. Zur Eröffnung soll US-Präsident Bill Clinton zu den Delegierten sprechen.

Reuters LOS ANGELES. Gore sagte in einem Interview, er werde bei dem Parteitag deutlich machen, dass die Amerikaner ihm bei seiner in einem Vierteljahrhundert gewonnen politischen Erfahrung Vertrauen schenken könnten. Meinungsumfragen zufolge liegt Gore hinter seinem republikanischen Herausforderer George W. Bush, der vor zwei Wochen in Philadelphia zum Präsidentschaftskandidaten nominiert wurde.

Bereits am Sonntag verstärkte die Polizei in Los Angeles die Sicherheitsvorkehrungen. Alle 9000 Polizisten der Stadt wurde für die kommenden Tage in Zwölf-Stunden-Schichten eingeteilt. Schon am Wochenende waren Tausende Demonstranten eingetroffen, die die Aufmerksamkeit der Medien für sich nutzen wollen. Rund 20 Großdemonstrationen sind geplant. Die Themenpalette reicht vom Tierschutz über die Forderung nach schärferen Waffengesetzen bis hin zum Protest gegen genmanipulierte Nahrungsmittel. Geschäftsleute wollen aus Angst vor Ausschreitungen ihre Läden auf Tage hinaus schließen.

Der viertägige Parteitag ist für Gore Gelegenheit, aus dem Schatten Clintons herauszutreten. 15 000 Journalisten aus aller Welt werden beobachten, ob Gore es schafft, die Partei hinter sich zu einen und seinem Publikum eine zukunftswirksame Botschaft zu übermitteln - auch jenen, die seiner Kandidatur bislang eher halbherzig gegenüberstanden.

Gore sagte, er werde die Amerikaner als Präsident nicht enttäuschen. Er kündigte zudem an, dass der weitere Verlauf des Wahlkampfes vor allem durch Wirtschaftsfragen geprägt sein werde.

Den jüngsten Umfragen zufolge konnte Gore seinen Abstand auf Bush verringern. Während Wählerbefragungen am Samstag Bush bis zu 14 %punkte vor Gore sahen, war der Vorsprung am Sonntag bereits auf eine einstellige Zahl geschmolzen. Gore hat vor allem von der Auswahl seines Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten profitiert, des jüdisch-konservativen Senators Joseph Lieberman. Die US-Präsidentenwahl findet am 7. November statt.

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