Vizekandidatin auf der Uno-Vollversammlung
Republikaner schirmen Palin ab

Nach ihrem verpatzten Interview zur Außenpolitik war dieser Auftritt besonders wichtig für die Republikaner: US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat auf der Uno-Vollversammlung erstmals ausländische Staatsmänner getroffen. Allerdings blieb die Grand Old Party skeptisch - und ergriff einige Vorsichtsmaßnahmen.

HB NEW YORK. Bloß nicht zu viele Reporter, lautete wohl das Motto der Republikaner für den Auftritt ihrer Vizekandidatin bei der Uno. Der Zugang für Medien wurde stärker begrenzt als dies beispielsweise bei Begegnungen von US-Präsident George W. Bush üblich ist. Das Wahlkampfteam wollte bei den Treffen am Rande der Uno-Vollversammlung offenbar eventuelle Nachfragen an die außenpolitisch unerfahrene 44-jährige Gouverneurin von Alaska vermeiden.

Palin traf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und dessen kolumbianischen Kollegen separat zu einem je etwa halbstündigen Gespräch. Mit dem Altmeister der US-Außenpolitik, dem ehemaligen Außenminister Henry Kissinger, sprach Palin über die angespannte Lage im südlichen Kaukasus. Nach Angaben des Wahlkampfteams des Kandidaten John McCain ging es bei den Treffen Palins in erster Linie ums Zuhören und darum, ein gutes Verhältnis zu den Staatsmännern aufzubauen.

„Sie hat die richtigen Fragen zu Afghanistan gestellt“, sagte Karsai später bei einer Abendveranstaltung bei der Asiengesellschaft in New York. Er habe Palin als eine ziemlich fähige Frau wahrgenommen. „Sie sind wahrscheinlich die einzige Person im Raum, die Gouverneurin Palin einmal getroffen hat“, sagte ein Teilnehmer der Abendveranstaltung unter Gelächter und Beifall des Publikums zu Karsai.

Palin war vor ihrer Nominierung durch McCain weitgehend unbekannt. Sie hat Nordamerika im vergangenen Jahr zum ersten und bislang einzigen Mal verlassen. Seit Wochen wird Palin von direkten Fragen abgeschirmt.

Bei den vertraulichen Treffen am Dienstag wurden Journalisten nicht wie sonst üblich zu Anfang der Gespräche in den Raum gelassen, es sollte nur Fotos und Bilder geben. Erst nach Protesten von mindestens zwei Nachrichtenorganisationen, dem Sender CNN und der Nachrichtenagentur AP, wurden die Regeln etwas gelockert. Es habe ein Missverständnis gegeben, erklärte Kampagnensprecherin Tracey Schmitt.

Am heutigen Mittwoch trifft sie gemeinsam mit McCain den georgischen und den ukrainischen Präsidenten, Michail Saakaschwili und Viktor Juschtschenko. Anschließend trifft sie noch den irakischen Präsidenten Dschalal Talabani, dessen pakistanischen Kollegen Asif Ali Zardari sowie den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh.

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