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Vobis schließt Sanierungskurs ab

Die Computer-Handelskette Vobis will sich nach einer mehrjährigen Schlankheitskur wieder in Deutschland ausbreiten. "Die Sanierung ist abgeschlossen", sagte Vorstandschef Jürgen Rakow am Montag in München.

dpa MÜNCHEN. Zusätzlich zu den bestehenden 136 Filialen sollen bis Ende kommenden Jahres 18 neue Geschäfte eröffnet werden. Parallel werde auch die Zahl der Beschäftigten von derzeit 1050 um mehr als 100 steigen.

Wegen zweistelliger Millionenverluste hatte die Vobis Microcomputer AG (Aachen) in den vergangenen Jahren die Hälfte der ursprünglich rund 260 Filialen geschlossen. Das laufende Jahr werde Vobis zwar immer noch mit "leicht roten" Zahlen abschließen, im nächsten Jahr aber einen Gewinn erzielen, sagte Rakow. Im vergangenen Jahr hatte Vobis den Verlust vor Steuern und Zinsen bereits auf 19,7 Mill. DM (10,07 Mio Euro) mehr als halbiert.

Angesichts dieser Zahlen habe es der Mehrheitsgesellschafter Divaco mit einem Verkauf seiner Beteiligung nicht eilig. "Die freuen sich, wie sich das Geschäft entwickelt", sagte Rakow. Divaco hält 75 % an Vobis und gehört unter anderem der Metro, dem Gerling Konzern - sowie der Deutschen Bank.

In den vergangenen Monaten war unter anderem über einen Verkauf der Divaco-Beteiligung an die US-Konzerne Dell oder Gateway spekuliert worden, die Computer fertigen und direkt vertreiben. Zurzeit gebe es aber keine Gespräche mit einem Investor, sagte Rakow. "In diesem Jahr kümmern wir uns um das operative Geschäft." Auch an einen Börsengang sei nicht gedacht.

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes werde der Umsatz im laufenden Jahr bei knapp 1,1 Mrd. DM stabil bleiben. Rund ein Drittel davon erziele Vobis mit dem Verkauf von PCs, die per Ratenzahlungen finanziert werden. Stark zugelegt habe auch das Geschäft mit Laptops.

Um dieses Geschäft weiter auszubauen, sicherte sich Vobis die weltweiten Rechte an der Marke "Yakumo", die in Händen anderer Besitzer bereits Anfang der 90er Jahre in Deutschland verbreitet war. Mittelfristig solle "Yakumo" bei Laptops die aktuelle Marke "Highscreen" ablösen. Anders als bisher könne Vobis seine Produkte unter dem neuen Namen auch international vermarkten. Dadurch sei das Unternehmen langfristig auch für Investoren attraktiver. Nach wie vor sollen die Laptops in China gefertigt werden.

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