Vodafone bestätigt Gespräche über Telekom-Beteiligungen
British Telecom reduziert Engagement in Japan

Einen Tag nach dem Amtsantritt des neuen Chairman von British Telecom Plc (BT), Sir Christopher Bland, haben sich Pläne zum Abbau der 30 Mrd. Pfund schweren Schuldenlast des Telekomriesens konkretisiert. BT und der weltgrößte Mobilfunkdienstleister Vodafone Plc bestätigten Gespräche, die zu einem Verkauf der BT-Anteile an Japan Telecom, J-Phone und der spanischen Mobilfunkgesellschaft Airtel an Vodafone führen könnten.

fmd LONDON. An allen drei Gesellschaften sind British Telecom (BT) und Vodafone gemeinsam beteiligt. Einigen sich die Partner, wird Vodafone bei Japan Telecom, der drittgrößten Telekom-Gesellschaft dort, und J-Phone der dominierende Anteilseigner. An Airtel hält Vodafone bereits jetzt eine Beteiligung von 73 %. Die Börse reagierte auf die Neuigkeiten mit einem Kursaufschlag von 4,3 % für British Telecom, während Vodafone im Handelsverlauf um 2,24 % nachgab.

Bislang wollte British Telecom an seinem Engagement in Japan angesichts der strategischen Bedeutung des Landes im Mobilfunkmarkt nicht rütteln. Doch zur Reduzierung der Schuldenlast, maßgeblich verursacht durch die teure Ersteigerung der UMTS-Lizenzen in Europa, scheint British Telecom jetzt jedes Mittel recht. Ob damit Konsequenzen für den Chief Executive Officer Sir Peter Bonfield verbunden sind, der sich stets für eine Präsenz in Japan aussprach, ist nicht abzusehen.

Schulden sollen um ein Drittel reduziert werden

Bisheriges Ziel von BT ist es, die Schulden bis Ende des Jahres um ein Drittel abzubauen. Durch den Verkauf der Anteile an Japan Telecom (20 %) und der JT-Mobilfunktochter J-Phone (20 %) sowie des 17,8 %-Anteils an Airtel dürfte British Telecom rund 4 Mrd. Pfund erlösen. Das ist die Schätzung von Nomura-Analyst Paul Mount, wobei Airtel ein Volumen von 800 Mill. Pfund erlösen soll. Vodafone hält derzeit einen Anteil von 25 % an JT sowie 26 % an J-Phone.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Entschuldungsstrategie ist der Verkauf von Yell, den Gelben Seiten, an Apax Partners für rund 3 Mrd. Pfund. Was mit den Mobilfunkaktivitäten geschehen soll, die in BT Wireless gebündelt sind, ist noch nicht abzusehen. Trotz der Fortschritte halten Analysten bei British Telecom weiterhin eine Kapitalerhöhung für erforderlich. Diese könnte sich nach Schätzungen von Brancheninsidern auf mindestens 5 Mrd. Pfund belaufen. Einer der institutionellen Anteilseigner, Legal & General, hat jedoch Bedingungen formuliert: "Wenn jemand Geld haben will, sollte er uns auch eine Strategie vorlegen", so Investment-Chef David Rough.

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