Vodafone-Tochter erwartet Rückkehr in die Gewinnzone
Festnetzgeschäft belastet Japan Telecom

Der drittgrößte japanische Telekommunikationskonzern Japan Telecom ist im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem wegen des weiter schwachen Festnetzgeschäfts in die roten Zahlen gerutscht. Für dieses Jahr kündigte die Tochter des britischen Mobilfunkanbieters Vodafone aber die Rückkehr in die Gewinnzone an.

Reuters TOKIO. Der Nettoverlust des Konzerns habe 65,97 Milliarden Yen (rund 573 Millionen Euro) betragen nach einem Gewinn von 17,55 Milliarden Yen im Jahr zuvor, teilte Japan Telecom am Dienstag nach Börsenschluss in Tokio mit. Der Umsatz stieg dagegen um 16,3 Prozent auf 1,7 Billionen Yen. Das Ergebnis lag etwas über den Konzernprognosen von Februar. Damals hatte das Unternehmen einen Nettoverlust von 71 Milliarden Yen bei einem Umsatz von 1,67 Billionen Yen vorhergesagt. Die Firma kündigte an, die verlustträchtige Festnetzsparte in eine Holding umzuwandeln.

"Wir haben eine Reihe von Veränderungen in unseren Aktivitäten vorgenommen", sagte Japan-Telecom-Präsident William Morrow bei der Vorstellung des Geschäftsberichts vor der Presse in Tokio. Er glaube, das Unternehmen habe damit die Basis für wachsende Gewinne in der gesamten Gruppe gelegt. Für das laufende Jahr bis März 2003 erwartet Japan Telecom wieder einen Netto-Gewinn von 48 Milliarden Yen bei Erlösen von 1,77 Billionen Yen.

Analysten nahmen die Äußerungen Morrows mit Skepsis auf. Nach ihrer Meinung müsste Japan Telecom konkretere Schritte aufzeigen, wie die Rentabilität wieder ereicht werden soll. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Markt das positiv aufnehmen würde, aber ich müsste mehr Einzelheiten sehen, wie sie einen so hohen Gewinn erzielen wollen", sagte Hironobu Sawake von J.P. Morgan. Die Aktien von Japan Telecom waren vor den Zahlen gegen den Markttrend mit einem Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel in Tokio gegangen.

Seit geraumer Zeit steht insbesondere das Festnetzgeschäft von Japan Telecom unter hohem Wettbewerbsdruck, was Experten zufolge das Ergebnis des Unternehmens belastet. Analysten sehen in der angekündigten Schaffung einer Holding für diesen Geschäftsbereich einen Vorläufer für dessen vollständige Ausgliederung. Morrow sagte aber, über einen möglichen Verkauf der Sparte sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

Europas größter Mobilfunkanbieter Vodafone hatte im vergangenen Jahr seinen Anteil an Japan Telecom auf 66,7 Prozent aufgestockt. Investoren hatten sich davon eine Beschleunigung der im vergangenen Jahr begonnenen Restrukturierung des Festnetzgeschäfts erhofft. Sawake zufolge könnte die neue Struktur Japan Telecom dazu verhelfen, einen größeren Teil der Gewinne der Mobilfunk-Tochter J-Phone in die eigene Bilanz zu übernehmen.

J-Phone-Präsident Darryl Green kündigte indessen an, die UMTS-Mobilfunktechnik mit schnellen Internet-Verbindungen, beweglichen Bildern und der Möglichkeit von Video-Telefonkonferenzen ab Dezember dieses Jahres anzubieten. J-Phone wolle im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2003 rund 300 Milliarden Yen nach 350 Milliarden Yen im Vorjahr investieren. Die neue Technik der dritten Generation, die hohe Investitionen in den Aufbau des Netzes erfordert, soll Greeen zufolge bis August nächsten Jahres nahezu flächendeckend in Japan verfügbar sein. J-Phone hat bereits zwei Mal die Einführung verschoben.

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