Vodafone zieht Londoner Markt ins Minus
Schwache Tendenzen an Europäischen Börsen

Aufgrund der schlechten Vorgaben aus den USA hielten sich auch die Käufer an den europäischen Börsen zurück.

rtr FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben zum Wochenauftakt schwächer tendiert. Händler begründeten dies vor allem mit den schlechten Vorgaben aus den USA. Von Unternehmensseite gebe es nur vereinzelt kursrelevante Nachrichten. Die Anleger hielten sich stark zurück. Sie warteten zum einen auf die Eröffnung der Wall Street und zum anderen auf die in den kommenden Tagen bevorstehende Veröffentlichung von Quartalszahlen wichtiger US-Unternehmen. Außerdem wollten sie nach den jüngsten Zinssenkungen die weitere Entwicklung der US-Konjunktur beobachten.

Der Nasdaq - und der S&P-Future deuten mit einem Plus von 19 Punkten auf 2312,50 Zähler beziehungsweise 5,30 Punkten auf 1309,80 Zähler auf eine freundlich Eröffnung der Wall Street hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gab bis gegen 14.00 Uhr 0,22 % auf 4493,51 Punkte ab, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) 0,59 % auf 4706,35 Punkte verlor.



LONDON: Vodafone zieht Index ins Minus

An der Londoner Börse haben die großen Verluste des Schwergewichtes Vondafone den Gesamtmarkt belastet. Die Aktien rutschte um 4,95 % auf 230-1/4 Pence ab. Der Telefonkonzern leide unter dem angekündigten Verkauf eines Aktienpaketes durch Hutchinson Whampoa, sagten Händler. Der FTSE lag praktisch unverändert bei 6203,8 Punkten. Ohne Vodafone könnte der Markt deutlich höher tendieren, hieß es. Konkurrent British Telecom verteuerte sich unterdessen um 3,1 % auf 648-1/8 Pence. Die Technologiewerte konnten teilweise trotz der schlechten Nasdaq-Vorgaben kräftig zulegen. Händler machten die unerwartet gut ausgefallenen Quartalszahlen von SAP hierfür verantwortlich. ARM stiegen um 4,63 % auf 631-1/2 Pence.



Zürich: Gewinne bei Standardwerten

Die Schweizer Börse hat sich nach Aussagen von Händlern zweigeteilt präsentiert. Verlusten bei den Technologietiteln standen Gewinne bei den Standardwerten gegenüber. Der SMI tendierte gegen Mittag 0,25 % niedriger bei 7965,90 Zählern. Nach vorangegangenen Verlusten legten Nestle 1,47 % auf 3597 sfr zu. Novartis hingegen gaben nach einem behaupteten Start bis zum Mittag 1,57 % auf 2692 sfr ab. Unter den Technologiewerten verbuchten SEZ ein Minus von 4,22 % auf 862 sfr.



Paris: Lafarge konnte zulegen

In Paris tendierte die Börse unter dem Druck der nachgebenden Technologiewerte schwach. Der CAC40 verlor 0,44 % auf 5732,89 Punkte. Im Mittelpunkt standen Marktteilnehmern zufolge Lafarge, die nach der Abgabe einer Übernahmeangebotes für Blue Circle um 3,44 % auf 94,65 Euro zulegten. Alcatel konnten nur kurzfristig vom angekündigten Verkauf ihrer Tochter Alstom profitieren und lagen gegen Mittag nur noch 0,16 % im Minus bei 61,75 Euro. Alstom verbilligten sich um 5,49 % auf 24,94 Euro.



Mailand: Seat trübt die Stimmung

Die italienischen Aktienwerte sind dem europäischen Trend in negatives Territorium gefolgt. Der Mib30 lag zuletzt 0,79 % im Minus bei 42 654 Punkten. Die im Sog der Nasdaq weiter nachgebenden Kurse von Seat trübten die Stimmung zusätzlich, sagten Händler. Die Aktie rutschte um 3,63 % auf 1,83 Euro ab. Die Schwergewichte Olivetti und Telecom Italia büßten 1,64 % auf 2,515 Euro beziehungsweise 0,33 % auf 12,20 Euro ein.

Madrid: Telefonica belasten Gesamtmarkt

An der madrilenischen Börse wurden die Aktienkurse neben den US-Vorgaben von den Kursverlusten des Schwergewichts Telefonica belastet. Die Aktie verbilligte sich um 1,83 % auf 18,80 Euro. Der Ibex büßte 0,59 % auf 9544,8 Zähler ein. Nach Presseberichten über eine geplante Übernahme durch Telefonica legten Terra Lycos und die Telefonica - Internet-Tochter TPI um 3,79 % auf 12,61 Euro beziehungsweise um 4,01 % auf 6,22 Euro zu. Endesa stiegen unterdessen um 0,48 % auf 18,77 Euro. Die Aktie profitiere von der Aussicht auf ein Nicht-Zustandekommen der vom Markt abgelehnten Fusion mit Iberdrola. Deren Papiere verbilligten sich um 1,26 % auf 14,05 Euro.

Amsterdam: geringe Umsätze

Die niederländischen Aktienwerte gaben bei geringen Umsätzen nach. Der AEX büßte 0,64 % auf 631,71 Punkte ein. Da es dem Markt an eigenen Impulsen fehle, könne er sich nicht aus dem Einfluss der Nasdaq lösen, sagten Händler. Die Schwergewichte Philips und UPC verbilligten sich um 0,37 % auf 40,40 Euro beziehungsweise um 1,04 % auf 11,40 Euro. ASM Lithography rutschten um 4,42 % auf 25,53 Euro.



Wien: Libro brechen ein

Die österreichischen Aktienwerte tendierten parallel zu den europäischen Börsen schwächer. Der ATX gab um 0,5 % auf 1077,46 Zähler nach. Im Mittelpunkt standen Händlern zufolge Libro, die um 14,22 % auf 13,81 Euro einbrachen. Der Titel werde bei geringen Umsätzen "runtergeprügelt", hieß es. Fundamentale Gründe für den Verkauf gebe es allerdings nicht. Es handele sich wahrscheinlich um die Abgabe eines großen Anlegers. Bank Austria litten unterdessen unter den Verlusten ihres Fusionspartners HypoVereinsbank und gaben 2,24 % auf 62,82 Euro nach.



Brüssel: Interbrew erholt sich

In Brüssel belasteten Börsianern zufolge die unklaren Auswirkungen der sich abschwächenden US-Konjunktur die Stimmung. Der Bel20 tendierte 0,42 % niedriger bei 3000,83 Punkten. Die Anleger konzentrierten sich auf wenige ausgewählte Titel, hieß es. Interbrew erholten sich etwas von ihren herben Verlusten der Vorwoche und stiegen um 2,91 % auf 26,50 Euro. Fortis gaben um 0,7 % auf 35,35 Euro nach, während Dexia 1,64 % auf 180 Euro verloren.



Stockholm: Ericsson und Nokia geben nach

Die Stockholmer Börse gaben die Schwergewichte Ericsson und Nokia im Sog der Nasdaq deutlich nach. Die Aktien rutschten um 4,11 % auf 105 skr beziehungsweise um 5,78 % auf 399,50 skr ab. Der OMX büßte 0,88 % auf 1062,53 Zähler ein. Gegen den europäischen Branchentrend stiegen Telia um 4,9 % auf 53,50 skr, nachdem sie ein UMTS-Joint-Venture mit NetCom angekündigt hatten. Telia hatte im vergangenen Dezember überraschend keine UMTS-Mobilfunklizenz erhalten. NetCom festigten sich um 5,13 % auf 399,50 skr.

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