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VÖB-Präsident weist Koch-Weser-Überlegungen zur Reorganisation des deutschen Bankenmarktes zurück

Einer Pressemitteilung vom 30.10.2003 zufolge hat der Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher ...

Einer Pressemitteilung vom 30.10.2003 zufolge hat der Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, Hans Dietmar Sauer, die Überlegungen von Finanzstaatssekretär Koch-Weser zur Reorganisation des deutschen Bankenmarkts mit Verwunderung aufgenommen. Es sei nicht hilfreich, wenn ein Mitglied der Bundesregierung einseitig die bereits seit langem von den privaten Banken vorgetragenen Forderungen nach einer Privatisierung der öffentlichen Banken letztlich unterstütze und damit auch entsprechenden Vorstellungen des IWF Vorschub leiste.
Sehr kritisch beurteilt Sauer die Auffassung Koch-Wesers, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bankenmarkts im europäischen Kontext könne durch Fusionen verbessert werden. Wie die aktuelle Situation der privaten Großbanken zeige, sei Größe allein keine Garantie für geschäftlichen Erfolg. Vielmehr sei es wichtig, die Bankenstruktur an der Struktur der Wirtschaft sowie an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Dabei erfordere die überwiegend kleinzellige mittelständische deutsche Wirtschaft flächendeckend präsente Verbundsysteme, die sich durch Orts- und Kundennähe auszeichnen. Die Option ortsferner, unpersönlicher Konzernzentralen sei dagegen der falsche Weg. Sauer bezeichnete es als völlig verfehlt, die Verkäuflichkeit gerade derjenigen Banken und Sparkassen herbeizureden, die nahezu die Hälfte des deutschen Bankenmarkts zur Zufriedenheit ihrer Kunden bedienen. Entscheidend sei vielmehr, die gegenwärtige Reform innerhalb der bestehenden Strukturen voranzutreiben und hierdurch die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bankenmarktes auch mit Blick auf die wachsende europäische Konkurrenz zu stärken.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 05.11.2003

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