Völker als Vierte entthront
Franzi feiert Comeback bei Deutscher Meisterschaft

Glanzvolles "Franzi"-Comeback - bittere Völker- Niederlage: Zwei Jahre nach dem Olympia-Debakel von Sydney hat sich die 24 Jahre alte Weltrekordlerin aus Berlin bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Warendorf eindrucksvoll zurückgemeldet.

dpa WARENDORF. In 55,25 Sekunden schwamm Franziska van Almsick am Donnerstag über 100 m Freistil ihrer ewigen Konkurrentin Sandra Völker, die als Titelverteidigerin sogar nur Vierte (55,58) wurde, auf und davon und buchte wie die Zweitplatzierte Petra Dallmann (Heidelberg/55,34) das begehrte Ticket für die Europameisterschaften Ende Juli in ihrer Heimatstadt. "Ich wollte zwar schneller schwimmen, aber ich hatte schon etwas Bammel, nach anderthalb Jahren wieder vor Publikum zu schwimmen. Aber diese Zeit ist ausbaufähig", sagte die Siegerin. Überglücklich und wie von einer Zentnerlast befreit, stieg sie aus dem Wasser.



Die Hamburgerin Sandra Völker hatte zum Auftakt die 50 m gewonnen. Franziska van Almsick will am Samstag auf ihrer Lieblingsstrecke 200 m auftrumpfen. "Das ist das A und O." Für den ersten deutschen Rekord sorgte Daniela Samulski in 27,25 Sekunden über 50 m Schmetterling. "Das war ein Rennen auf höchstem Niveau", sagte Cheftrainer Ralf Beckmann nach den 100 m Freistil. "Franzi hat eine starke Saison vor sich." Das deutsche Freistil-Quartett ist in dieser Form in Berlin kaum zu schlagen. Schon im Vorlauf waren Franziska van Almsick und Sandra Völker im direkten Duell aufeinander getroffen. Die Berlinerin hatte die Nase vorn, zog sich wortlos zurück. Mit Musik hielt sie sich den Kopf frei. Sandra Völker zeigte an Land demonstrativ Kampfgeist: "Ich bin gar nicht voll durchgeschwommen, geil." Die EM- Richtzeit von 55,78 Sekunden war für beide keine Hürde.

"Franzi" präsentierte sich bei ihrem ersten großen Langbahn- Wettbewerb nach Sydney in beeindruckender Form. Die Werbe-Millionärin ist noch lange nicht satt. "Ich möchte das große Ding noch reißen", hat sie gesagt. Seit 1994, als sie mit Bestzeit in Rom Weltmeisterin wurde, schwimmt sie ihrem 200-m-Weltrekord hinterher. "Keine Ahnung, woran es lag", sagte Völker nach ihrer bitteren Niederlage. "Ich fühle mich fit und habe gut trainiert. Wahrscheinlich war es heute Morgen doch zu anstrengend." Trotz dieses erneutes Rückschlags sucht die 28-Jährige noch die ganz große Herausforderung: das "optimale Rennen".



Über 50 m Schmetterling sorgte Titelverteidigerin Daniela Samulski als Siegerin zwar für den ersten deutschen Rekord der Titelkämpfe, verfehlte aber dennoch die EM-Richtzeit. Ihre Berlin-Karte in der Tasche hat Simone Weiler (Heidelberg), die in 31,89 Sekunden über 50 m Brust erneut zum Titel schwamm. Als Zweite qualifizierte sich auch Janne Schäfer (Wolfsburg) für die EM. Die Südafrikanerin Sarah Poewe, die Simone Weiler zum Auftakt am Mittwoch über 100 m entthront hatte, musste sich mit Rang drei begnügen. Über 400 m Lagen machte nur die Siegerin Nicole Hetzer (Magdeburg) die EM-Qualifikation perfekt. Stefan Herbst (Leutzsch) verteidigte seinen Titel über 200 m Freistil, verpasste aber die EM-Norm ebenso wie Jochen Hanz (Berlin) über 400 m Lagen.

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