Völler: „Das Wichtigste sind die Spiele“
EM-Fußballer bekommen 10 000 Euro pro Partie

Erst wurden die Prämien festgelegt, nun soll in den beiden Länderspielen in Island und gegen Schottland vorzeitig das Ticket zur Fußball-Europameisterschaft in Portugal gebucht werden. Beim Treffpunkt der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag in Neu-Isenburg ließ Rudi Völler allerdings keinen Zweifel daran, dass nicht das Geld, sondern allein der sportliche Wert der EM-Endrunde seine Spieler in den kommenden Tagen zu ganz besonderem Tatendrang animieren wird.

HB/dpa NEU-ISENBURG."Das ist kein großes Thema. Das Wichtigste sind die beiden Spiele", kommentierte der DFB-Teamchef die in der Vergangenheit stets konfliktfrei verlaufenen Prämien-Gespräche.

Für jeden Nationalspieler liegen pro EM-Qualifikationsspiel 10 000 Euro Prämie bereit. Auf diese Bonusregelung einigten sich am Dienstagabend die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der Mannschaftsrat um Kapitän Oliver Kahn und Teamchef Rudi Völler. Im Falle einer erfolgreichen Qualifikation könnte ein in allen Begegnungen eingesetzter Spieler 80 000 Euro kassieren. Über weitere Bonusregelungen - unter anderem bei erforderlichen Relegationsspielen - soll später verhandelt werden. Bei der WM 2002 in Asien hatte jeder der 23 DFB-Spieler jeweils 71 600 Euro kassiert.

Zuvor musste sich der Teamchef bei der ersten Übungsstunde mit 16 von 21 Spielern begnügen. Jens Jeremies (Knie), Bernd Schneider (Knöchel), Paul Freier (Fußprellung), Tobias Rau ("Pferdekuss") und Fredi Bobic (Oberschenkel) waren im Frankfurter Waldstadion nicht mit dabei. Wie schwerwiegend die Blessuren für die wichtigen EM-Spiele am Samstag in Island (19.30 Uhr/ARD) und vier Tage später in Dortmund gegen Schottland tatsächlich sind, konnte die medizinische Abteilung am Dienstagabend noch nicht eindeutig beurteilen.

Lehmann fordert seinen Einsatz

Völler hatte bereits geräuschlose Prämienverhandlungen angekündigt. "Die Spieler sind sich über die Situation bewusst, die in Deutschland herrscht", meinte der Teamchef, für den das Thema wie anderes nur zweitrangige Bedeutung hat. Auch die erneute Erinnerung von Kahn-Ersatz Jens Lehmann, er habe wieder einmal einen Einsatz verdient, fand kaum Aufmerksamkeit. "Von einem Stammplatz habe ich nicht gesprochen", stellte der 33-jährige Torhüter klar.

Völler weiß, dass es vor den Spielen in Reykjavik gegen Island, das mit 12 Punkten die Tabelle der Gruppe 5 vor Deutschland (11) anführt, und Schottland (8) um weit mehr als um persönliche Befindlichkeiten und Prämien geht. Ein blamables Scheitern gegen die noch niemals für eine Welt- oder Europameisterschaft qualifizierten Isländer sowie die vom ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts betreuten Schotten würde auch das letzte Stück der in den vergangenen zwölf Monaten arg ramponierten WM-Reputation zerstören.

Völlers Zuversicht

Völler verbreitete schon vor der ersten von vier Übungseinheiten bis zum Ernstfall in Reykjavik Optimismus, nachdem er ausnahmsweise von Absagen seiner 21 Akteure plus dem in die "U 21" ausgeliehenen Stürmer Benjamin Lauth verschont geblieben war. "Die Voraussetzungen sind besser. Wir haben mehr Trainingseinheiten, die Spieler hatten ein, zwei Tage frei", benannte der Teamchef die positiven Vorzeichen, zu denen auch die lang ersehnte Rückkehr von Sebastian Deisler zählt. Zuversichtlich stimmt Völler auch, dass die zuletzt in Stuttgart beim 0:1 gegen Italien fehlenden Leistungsträger Michael Ballack und Arne Friedrich wieder fit sind.

Deislers Rolle in den Partien gegen Island und Schottland ließ Völler zunächst noch völlig offen, auch wenn der 23-jährige Münchner bei seiner Rückkehr ins DFB-Team nach 15 Monaten Pause alle Blicke auf sich zog. "Das sind die Erwartungen der Leute. Ich freue mich erst einmal, nach so langer Zeit wieder dabei zu sein", meinte der Münchner in Neu-Isenburg. Kurz vor der Abreise hatte er mit der Trennung von seinem Berater Jörg Neubauer ein überraschendes Signal gesetzt. "Jetzt werde ich erst einmal trainieren", sagte Deisler.

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