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Völler erwägt Ein-Sturm-Nottaktik

Almancil (dpa) - Miroslav Klose außer Form, Fredi Bobic mit Ladehemmung, Thomas Brdaric ohne Durchschlagskraft und Lukas Podolski viel zu grün: Die deutschen Stürmer bringen Rudi Völler schier zur Verzweiflung und haben inzwischen selbst innerhalb der Mannschaft keine Lobby mehr.

Almancil (dpa) - Miroslav Klose außer Form, Fredi Bobic mit Ladehemmung, Thomas Brdaric ohne Durchschlagskraft und Lukas Podolski viel zu grün: Die deutschen Stürmer bringen Rudi Völler schier zur Verzweiflung und haben inzwischen selbst innerhalb der Mannschaft keine Lobby mehr.

Einzig Kevin Kuranyi empfahl sich im dreiwöchigen Trainingslager für den EM-Ernstfall gegen die Niederlande, doch auch der Stuttgarter kam in den internen Trainingsspielen selten zu einem Erfolgserlebnis. Von den Konkurrenten ganz zu schweigen: Tore der Torjäger wurden in den Übungseinheiten zur Mangelware.

«Wir müssen auch hin und wieder mal ein Tor machen», nannte Rudi Völler das Dilemma beim Namen. Auch Kapitän Oliver Kahn sorgt sich ernsthaft um den schwächsten deutschen Mannschaftsteil. «Es ist ein Teilproblem, dass wir zu wenig Tore machen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir kein Gegentor zulassen.»

Die Gescholtenen selbst werden von Tag zu Tag kleinlauter. «Stürmer werden an Toren gemessen. Da haben wir zu wenige gemacht, den Schuh müssen wir uns anziehen», meinte Brdaric am Wochenende zur Kritik an den Angreifern. Zugleich beklagte er die fehlende Lobby: «Es wird nicht genug Vertrauen in uns gebracht.»

Gut möglich, dass Völler seinen Angreifern das Vertrauen noch weiter entzieht und als Konsequenz fehlender Offensiv-Qualität gegen die Niederländer nur mit Kuranyi als einziger Spitze operieren wird. Ballack verriet, dass in der Mannschaft intensiv über diese Variante diskutiert wird: «Das ist eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen muss. Im Mittelfeld wird das Spiel entschieden», sagte Ballack.

Bundestrainer Michael Skibbe bezeichnete den Ein-Mann-Angriff als «eine Option». Auf die griff das Trainergespann in der Vergangenheit zwar selten, aber erfolgreich zurück. Sowohl beim 3:0 gegen Belgien Ende März als auch beim 1:0-Sieg in England vor vier Jahren - dem letzten deutschen Sieg gegen einen so genannten Großen des Weltfußballs - spielte die DFB-Auswahl nur mit einer echten Spitze.

Neidisch blickt Völler auf seinen niederländischen Kollegen Dick Advocaat: «Der hat ein echtes Luxusproblem.» In Ruud van Nistelrooy, Patrick Kluivert, Pierre van Hooijdonk und Roy Makaay verfügt der Bondscoach über mehr Klassestürmer als er aufstellen kann. Da muss sich sogar Bayern Münchens Ass Makaay mit der Auswechselbank anfreunden.

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