Völler gewann selber nie die Meisterschaft
Teamchef überreicht Meisterschale

Der FC Bayern München wird die Meisterschale erstmals aus den Händen von Rudi Völler erhalten. Der DFB-Teamchef wird dem deutschen Fußball-Meister die Trophäe am Samstag im seit Wochen ausverkauften Olympiastadion nach dem Bundesliga-Südderby gegen den VfB Stuttgart überreichen und damit als erster offiziell zum 18. Titelgewinn gratulieren.

HB/dpa DÜSSELDORF/MÜNCHEN. "Das ist eine sehr gute und sportlich kompetente Wahl. Es gibt keinen besseren als Rudi Völler, der das machen könnte", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld am Dienstag. Neben Völler nehmen auch Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Werner Hackmann, der Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), an der Ehrung teil. Nach dem Ende des Streits um die Kirch-Affäre ist auch die DFL-Geschäftsführung dabei.

Unterdessen hat der FC Bayern seine für diesen Sommer geplante einwöchige China-Reise abgesagt. Während des Fernost-Trips wollte der Meister auch zwei Testspiele in Peking und Schanghai bestreiten. "So weit ich informiert bin, gibt es keinen neuen Termin. Denn das geht ja nur, wenn man Pause hat, im Winter oder Sommer", sagte Hitzfeld: "Wir werden die Zeit nutzen und fünf Tage an den Tegernsee gehen."

Vorerst sind die Bayern mit den Vorbereitungen für das große Meister-Wochenende beschäftigt. "Wir haben Rudi Völler ausgewählt, weil er eines der Idole der Bundesliga ist", begründete DFL-Sprecher Tom Bender die am Dienstag gefällte Entscheidung. Nachdem im Vorjahr der ehemalige Bayern-Torjäger Gerd Müller die Schale an Borussia Dortmund überreicht habe, wolle man diesen Weg der Meisterehrung durch "Helden und Legenden der Liga" auch künftig fortsetzen.

Völler selbst sieht es als "Ehre", die Schale an Bayern-Kapitän Oliver Kahn übergeben zu können. "Ich war ja schon das eine oder andere Mal mit einem Finger dran, aber gewonnen habe ich sie noch nie. Jetzt kann ich sie wenigstens mal kurz in der Hand halten", so Völler zur "Bild"-Zeitung. Bayerns AG-Chef Karl-Heinz Rummenigge nannte die Entscheidung "eine schöne Sache für ihn und für uns".

Hitzfeld plant für das Stuttgart-Spiel wieder mit Sebastian Deisler, der am Samstag beim 6:3 gegen Hertha BSC erstmals von Beginn an für die Bayern auflief. "Ich bin froh, dass er das Spiel sehr gut verkraftet hat. Er hat zum ersten Mal in dieser Saison 80 Minuten gespielt und hätte sicherlich auch durchspielen können. Ich gehe davon aus, dass er am Samstag von Anfang an spielt", sagte der Coach.

Dagegen wird Jens Jeremies (Knieblessur) wohl fehlen. Fraglich sind Ze Roberto (Muskelprobleme) und Owen Hargreaves (Leistenverletzung). Die Bayern wünschen sich für Samstag ein Festival in Rot-Weiß. Die Profis riefen die Fans auf, in rotem oder weißem Oberteil im Stadion zu erscheinen. Ziel sei ein offizielles Meisterfoto mit einem Olympiastadion in beiden Farben. Zur Feier im Stadion gehören auch 18 Böllerschützen sowie ein Auftritt der Popgruppe "Mr. President". Nach dem Spiel ist ein Autokorso zur Innenstadt zum Marienplatz geplant, wo auch der offizielle Empfang der Stadt im Rathaus stattfindet.

Für die neue Saison ist der FCB weiter an der Verpflichtung des Niederländers Roy Makaay von Deportivo La Coruna interessiert. "Wenn der Transfer machbar ist, werden wir alles tun", so Rummenigge. Man habe Kontakt zu Deportivo gehabt. Dort habe man aber noch nicht entschieden, ob man den Führenden der Torschützenliste in der Primera Divison überhaupt abgeben werde. Unbeeindruckt von der Debatte um die Verpflichtung etwaiger Konkurrenten bekräftigte Giovane Elber sein Vorhaben, seinen Vertrag zu erfüllen: "Ich habe gesagt, dass ich bis 2004 in München bleibe, egal ob Roy Makaay kommt oder nicht."

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