Völler: „Hätte es nicht gemacht“
DFB distanziert sich von Stange

Der Deutsche Fußball-Bund hat sich von der Entscheidung des früheren DDR-Trainers Bernd Stange für ein Engagement im Irak distanziert. "Das ist eine rein private Initiative von Bernd Stange", erklärte DFB-Sprecher Harald Stenger am Dienstag im Quartier der Nationalmannschaft in Barsinghausen. Es habe zuvor keinen Kontakt gegeben, der deutsche Verband habe nur aus den Medien von der Bewerbung Stanges erfahren.

HB/dpa BAGDAD/BARSINGHAUSEN. DFB-Teamchef Rudi Völler äußerte zwar Verständnis "für den Menschen Bernd Stange", stellte aber klar: "Ich würde es nicht machen."

Völler schloss sich ausdrücklich der Aussage von Peter Neururer an, der "für kein Geld der Welt" im Irak arbeiten würde. "Als Deutscher sollte man sich zu unserem Bündnis mit dem USA bekennen", hatte der Bochumer Bundesliga-Trainer erklärt. "Er will seinen Beruf ausüben, er will Geld verdienen", versuchte Völler die Beweggründe von Stange nachzuvollziehen, doch wie "viele andere Leute auch" lehnte er eine Arbeit im Land des Diktators Saddam Hussein ab.

Stange hat seinen Vertrag als neuer irakischer Nationalcoach noch immer nicht unterschrieben, zweifelt aber nicht am Zustandekommen der Abmachung. Die Einigung sei nur noch eine formale Angelegenheit, sagte der frühe Nationaltrainer der DDR in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstag- Ausgabe). Darin äußerte sich der 54-Jährige genervt von der heftigen Kritik an seinem geplanten Vierjahres-Engagement.

"Ich bin froh, wenn dieses Theater vorbei ist. Seit Wochen versuchen mich Leute aus der ganzen Welt zu erreichen", sagte Stange. "Zum Glück bin ich schon eine Weile in Bagdad und nicht mehr zu Hause in Deutschland. Denn das wäre schlimm, weil ich dann nicht die Jalousien herunter lassen könnte. Ich müsste mich stellen, egal wie unqualifiziert die Fragen ausfallen würden."

Stange verteidigte seine Entscheidung erneut und betonte, es könne keine Rede davon sein, dass er nach dem ersten Kontakt freudig erregt zugesagt habe. Er habe drei Monate gegrübelt und auf andere Angebote gehofft. Da sich aber kein europäischer Club für ihn interessiert habe, sei ihm nur noch die Wahl zwischen der Tätigkeit im Irak und der Arbeitslosigkeit geblieben. "Ich konzentriere mich jetzt auf eine wunderbare Sache und will mich mit der Mannschaft für die WM 2006 qualifizieren. Das wäre ein Traum", sagte Stange, der einen Vier-Jahres-Vertrag erhalten soll.

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