Völlig kahl gefressene Felder
USA rechnen mit schlimmer Heuschreckenplage

Riesige Schwärme gefräßiger Heuschrecken sind im Westen der USA auf dem Vormarsch. Die Behörden wappnen sich für eine der schlimmsten Heuschrecken-Plagen seit Jahrzehnten.

dpa SAN FRANCISCO. In den Bundesstaaten Nevada, Utah und Idaho seien die ersten Schwärme bereits eingefallen, berichteten US-Medien am Wochenende. Die Insekten hinterlassen kilometerlange Schneisen völlig kahl gefressener Felder.

Der Gouverneur von Utah, Michael Leavitt, sprach von einer Agrarkatastrophe und auch in Idaho wurden einige Regionen zum Katastrophengebiet erklärt. In Utah könnten zweieinhalb Millionen Hektar Ernte vernichtet werden, fürchten Agrarexperten, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Die so genannte "Mormonen-Heuschrecke" ist rund fünf Zentimeter lang und frisst fast alles, von Gras, Getreide, Baumrinde bis zu toten Artgenossen. "Sie nagen sogar die Farbe von den Hauswänden", sagte Bauer Robert Larsen aus Nebraska der Zeitung "Idaho Statesman". Eine Heuschrecke vertilgt in ihrem 90-tägigen Leben bis zu 20 Kilogramm Grünzeug und kann während einer Sommersaison eine Strecke bis zu 80 Kilometer zurücklegen.

Nach einem milden, trockenen Winter und früher Sommerhitze schlüpfen die Insekten in Scharen. "So was haben viele Farmer hier noch nie erlebt. Die sich an ähnliches erinnern, sind in ihren 70ern", sagte der Vorsitzende des Nationalen Grashüpferkontrollrates, Michael Cooper, der Zeitung. Entlang des Highway 55 warnen Schilder vor den Insektenschwärmen, die beim Überfahren eine schleuderglatte Straße hinterlassen. Der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln hilft an einigen Stellen, doch gegen die Masse der Tiere sei nicht mehr anzukommen, klagen die Einsatzteams.

Die "Mormonen-Heuschrecke" bekam ihren Namen 1848, als eine Heuschreckenplage die gesamte Ernte der Mormonensiedler in Utah zu fressen drohte. Die Siedler beteten und ihre Felder wurden gerettet, als Vogelschwärme vom Großen Salzsee kamen und die Heuschrecken vertilgten.

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