Völligen Rückzug weiter ausgeschlossen
Niebaum arbeitet für lau

Den Noch-Präsidenten des BVB 09 und Geschäftsführer der Borussia Dortmund KGaA, Gerd Niebaum, erwartet auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Sonntag ein Gang durch die Hölle. Und so ist der gelernte Jurist bemüht, im Vorfeld zumindest ein paar Feuer zu löschen: In einem Sanierungskonzepot verspricht er die Rückkehr in die Gewinnzone bis 2006. Und das erste Halbjahr 2005 will er ohne Bezüge für den börsennotierten Fußball-Bundesligisten arbeiten.

HB DORTMUND. Schlagzeilen über den höchsten Schuldenberg in der Geschichte des nationalen Fußballs sowie den sportlichen Niedergang des ersten deutschen Champions-League-Siegers haben im Vorfeld der Jahreshaupt- und Aktionärsversammlungen für eine explosive Stimmung gesorgt. Vor allem Niebaum steht ein schwerer Gang vor die Mitglieder (Sonntag) und Aktionäre (Dienstag) bevor. Trotz der mitunter harschen Kritik an seiner Person schließt der Jurist einen völligen Rückzug noch immer aus: "Es lohnt sich zu kämpfen. Noch in diesem Jahrzehnt werden wir zu alter Stärke zurückfinden."

Nach 18-jähriger Amtszeit sitzt Niebaum mehr denn je auf einem Pulverfass. Sein von stetem Wachstumsglauben getragenes Geschäftsmodell hat den Verein in eine bedrohliche Schuldenfalle (119 Mill. ?) manövriert. Nicht zuletzt deshalb muss Niebaum auf der Jahreshauptversammlung seinem designierten Nachfolger Reinhard Rauball Platz machen. Insider schließen nicht aus, dass ihn die kommenden Tage auch seinen Job als Geschäftsführer der Kapitalgesellschaft kosten könnten.

Der verschwenderische Umgang der BVB-Geschäftsführung mit Kapital ist in der Fußball-Hochburg Dortmund längst zum Gesprächsthema Nummer eins geworden. Dementsprechend groß ist das Interesse an den bevorstehenden Versammlungen: Vorsorglich verlegte der Club beide Veranstaltungen von der kleinen in die große Westfalenhalle. Rauball hofft, dass die Mitglieder seiner dritten Amtszeit als BVB-Präsident nach 1979 und 1984 zustimmen und die Stimmung nicht eskaliert. Er forderte alle Beteiligten zur Sachlichkeit auf: "Dem BVB hilft nur ein groß angelegter Schulterschluss. Sonst schaffen wir das nicht."

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