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Voest-Alpine rüstet Division motion auf

Der österreichische Stahlkonzern Voest-Alpine AG will die niederländische Polynorm NV um rund 127 Millionen Euro übernehmen. Voest-Alpine hat damit einen großen Schritt in der Strategie, sich zum Verarbeitungskonzern zu entwickeln, gesetzt.

Reuters WIEN. Voest-Alpine will den Polynorm-Aktionären 70 Euro je Aktie bieten - was einer Prämie von 41 Prozent gegenüber dem Polynorm-Schlusskurs von Freitag von 49,50 Euro und einem Aufschlag von 30 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs der letzten sechs Monate entspricht.

Das geplante Angebot umfasst alle emittierten und im Umlauf befindlichen Stammaktien von Polynorm im Wert von 127 Millionen Euro, teilten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Aussendung Montagfrüh mit.

Unter dem Vorbehalt insbesondere der Genehmigung durch die Kartellbehörden werde den Inhabern von Stammaktien und Aktienzertifikaten von Polynorm in der zweiten Novemberhälfte 2001 ein formelles Angebot unterbreitet.

Dieses Angebot gelte - neben anderen Konditionen - unter der Bedingung, dass der Voest-Alpine zumindest 95 Prozent aller Aktien und Aktienzertifikate angeboten werden. Ein Delisting Polynorms von der Euronext Amsterdam soll von der Voest-Alpine nach erfolgreicher Abwicklung der Übernahme beantragt werden, heißt es in der Aussendung weiters.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand von Polynorm unterstützen das beabsichtigte Angebot und werden den Besitzern von Stammaktien und Aktienzertifikaten von Polynorm empfehlen, dieses anzunehmen, so die Aussendung. Auch der Vorstand jener Stiftung, die die Aktienzertifikate ausgegeben habe ("Stichting Administratiekantoor Aandelen Polynorm NV"), unterstütze das geplante Angebot. Aktienzertifikate seien für rund 68 Prozent des Aktienkapitals von Polynorm begeben worden, teilten die beiden Unternehmen mit.

Voest-Alpine und Polynorm seien überein gekommen, dass sie aufgrund der einhelligen Beurteilung der kommenden Entwicklungen in der Automobilindustrie und den daraus resultierenden großen Expansionsplänen im Automobilkomponenten-Sektor die gleichen strategischen Ziele verfolgen würden.

Polynorm soll in die Division motion, die Automobil Division der Voest-Alpine, als bedeutenste operative Gesellschaft und Plattform für die weitere Expansion der Gruppe im Auto-Zulieferbereich eingebracht werden. Polynorm werde sich weiterhin auf die Konstruktion und Herstellung von Karosserie-Teilen konzentrieren und seine Kapazitäten und Know-how im Bereich Projektmanagement, Entwicklung und Engineering sowie im der Entwicklung von Prototypen und im Supply-Chain-Management weiter ausbauen.

Polynorm, zu dessen Kernaktivitäten die Entwicklung und Herstellung von Karosseriemodulen- und Komponenten aus Stahl, Aluminium, Kunststoff und Verbundwerkstoffen zählt, hat 2000 nach eigenen Angaben bei einem Umsatz von 469 Millionen Euro einen Betriebserfolg von 25,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Zu Polynorm-Kunden gehören unter anderen BMW, General Motors, die Volkswagen-Gruppe und Renault.

Vor der geplanten Übernahme durch die Voest-Alpine will Polynorm aber noch reinen Tisch machen - bis Ende Jänner 2002 soll der Verkauf des Geschäftsbereichs Installationsprodukte abgeschlossen sein. Im Bereich Bauprodukte wolle Polynorm die Umstrukturierungsmaßnahmen fortsetzen - Ziel dabei ist eine nachfolgende Devestition im Hinblick auf die Strategie, sich künftig ausschließlich auf die Aktivitäten im Automobilsektor zu konzentrieren.

"Die Übernahme von Polynorm ist ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Strategie der Voest-Alpine, ein führendes Unternehmen im automotiven Bereich zu werden. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass sich durch die Akquisition ein entsprechender Wertzuwachs für unsere Aktionäre ergeben wird", wird Voest-Alpine-Vorstandsdirektor Franz Struzl in der Aussendung zitiert.

Der Konzern hatte erst vergangenen Donnerstag die neue Strategie, vom Stahl- zum Verarbeitungskonzern zu werden, vorgestellt. Innerhalb von fünf Jahren soll der Umsatz des Konzern von 3,17 auf über fünf Milliarden Euro wachsen, wobei der Großteil davon im Automobilbereich erwirtschaftet werden soll. Voest-Alpine notierten an der Wiener Börse zuletzt mit 30 (30,70) - seit Jahresbeginn somit um 1,69 Prozent höher.

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