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Vogts bei „Feuerprobe“ nur Tribünengast

Ausgerechnet bei der „Feuerprobe“ muss Schottlands Nationaltrainer Berti Vogts auf Distanz zu seinem Team gehen - wenn auch unfreiwillig. Der Weltverband Fifa hat den 57- Jährigen für das „Schicksalsspiel“ in der WM-Qualifikation in Moldawien auf die Tribüne verbannt.

dpa HAMBURG. Ausgerechnet bei der "Feuerprobe" muss Schottlands Nationaltrainer Berti Vogts auf Distanz zu seinem Team gehen - wenn auch unfreiwillig. Der Weltverband Fifa hat den 57- Jährigen für das "Schicksalsspiel" in der WM-Qualifikation in Moldawien auf die Tribüne verbannt.

Schuld war Vogts' heftigen Schiedsrichter-Schelte während der 0:1- Pleite gegen Norwegen. Alles anderes als ein Sieg beim Schlusslicht der Gruppe fünf würde wohl die Träume der "Bravehearts" auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland platzen lassen. Und Vogts müsste seinen Platz auf der Trainerbank möglicherweise räumen. Immerhin befindet sich der Ex- Bundestrainer in prominenter Gesellschaft: Auch bei großen Fußball- Nationen stehen die Trainer gehörig unter Druck.

Bei nur einem Punkt aus bislang zwei Partien fordern schottische Medien bereits offen "Mc Bertis" Ablösung. "Angesichts von 30 jammervollen Monaten mit Vogts, in denen Schottland sich im Rückwärtsgang bewegt hat, sollte er von seinem Elend erlöst werden", schrieb die "Scotland on Sunday" am Tag nach der ersten Niederlage vor heimischem Publikum in einer WM-Qualifikation seit 1985. Und der frühere Nationalspieler Craig Burley sagte dem Rundfunksender BBC: "Wenn er am Mittwoch nicht gewinnt, fürchte ich, wird er gehen müssen."

Doch noch stellen seine Bosse sich demonstrativ hinter den Deutschen. "Wir werden uns an seinen Vertrag halten, so lange die Qualifikation noch möglich ist", sagte der Geschäftsführer des schottischen Verbandes (SFA), David Taylor. Ob derartige Treueschwüre lange Bestand haben, darf allerdings ob der prekären Lage bezweifelt werden, fügte Taylor doch auch hinzu: "Falls wir nicht gewinnen, sind unsere Qualifikations-Aussichten natürlich trostlos." SFA-Präsident John Mcbeth nahm derweil den massiven Druck in der Öffentlichkeit zum Anlass, den Schwarzen Peter an den Coach selbst weiter zu geben: "Man müsste aus Beton sein, das zu überleben." Zu allem Überfluss muss Vogts in Moldawien auf seine gesperrten Stürmer James Mcfadden und Paul Dickov verzichten.

Auch in Frankreich steht der Trainer nach nur drei Qualifikations- Spielen heftig in der Kritik. Unter Raymond Domonech belegt der ehemalige Welt- und Europameister mit fünf Punkten nur den dritten Platz der Gruppe vier und steht auf Zypern am Scheideweg. "Die Dinge entwickeln sich nur langsam", gab der Nachfolger von Jaques Santini nach der peinlichen Nullnummer am vergangenen Samstag gegen Irland zu. Die Bedeutung der Partie in Nikosia ist auch den Spielern bewusst. "Lasst uns in Ruhe. Lasst uns in Frieden arbeiten", forderte der zuvor noch äußerst kritische Mittelfeld-Akteur Robert Pires.

Spanien hat vor der Gruppe-7-Partie in Litauen weniger mit Interna als mit äußeren Umständen zu kämpfen. Der vom litauischen Verband bereitgestellte Trainingsplatz war ein einziges Schlammfeld voller Löcher, woraufhin Luis Aragonés das Training strich. Ein Sieg gegen den mit vier Zählern punktgleichen Gruppen-Ersten wäre wohl die größte Genugtuung für die Iberer. Wiedergutmachung vor den eigenen Fans steht für Portugal und die Niederlande auf dem Programm. Die Portugiesen wollen sich gegen Russland für die 2:2-Schmach in Liechtenstein rehabilitieren, das Team von Marco van Basten kämpft als Vierter der Gruppe 1 (vier Punkte) gegen den Ersten Finnland (neun Punkte) um den Anschluss. Die deutschen Trainer Hans-Peter Briegel und Horst Heese treten mit ihren Teams auswärts an. Albanien reist zum Gruppe-2-Schlusslicht Kasachstan, Malta nach Bulgarien.

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