Voicestream benötigt das Kapital der Telekom
Analysten rechnen mit Zustimmung zu Telekom-Fusionsplan

Die vorgeschlagene vollständige Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens VoiceStream durch die Deutsche Telekom AG wird am Dienstag bei den Aktionären der US-Firma nach Einschätzung von Analysten eine überwältigende Mehrheit finden.

Reuters NEW YORK. Nachdem sich die Telekom bereits die Zustimmung der Mehrheit des Kapitals für ihre Übernahmepläne gesichert habe, werde man grünes Licht für die Übernahme erhalten, sagten Analysten. VoiceStream benötige die Unterstützung und das Kapital der Telekom, sagte ein auf Übernahmen spezialisierter Analyst. Auch den Aktionären der US-Mobilfunkfirma Powertel liegt am Dienstag eine Übernahmeofferte von der Telekom zur Abstimmung vor. Wie bei VoiceStream ist auch bei den Powertel-Aktionären mit Zustimmung zu rechnen, da die Mehrheit des Kapitals die Übernahme befürwortet.

Den Hauptversammlungen liegen von den Vorständen beider Firmen Empfehlungen vor, wonach die separat unterbreiteten Übernahmeofferten zur Annahme empfohlen werden. Zu den Großaktionären gehören der Honkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa und der finnische Telekom-Konzern Sonera . Außer von den Hauptversammlungen müssen die Übernahmepläne der Telekom noch von der US-Aufsichtsbehörde für Kommunikation FCC genehmigt werden. Erst dann kann die Transaktion abgeschlossen werden, was der Telekom den geplanten Markteintritt in den USA sichern würde. Sollte sich wider Erwarten auf den Hauptversammlungen keine Mehrheit für die vollständige Übernahme beider Unternehmen durch die Telekom finden, wird VoiceStream Powertel selbst übernehmen.

Gesamtes Übernahmevolumen beträgt 32 Milliarden

Die Deutsche Telekom hatte im Juli vergangenen Jahres angekündigt, für jede VoiceStream-Aktie rund 3,2 eigene Aktien und 30 $ in bar zu zahlen. Wenige Wochen später verständigte sich die Telekom auch mit Powertel auf die vollständige Übernahme im Wege eines Aktientausches. Die Powertel-Aktionäre sollen demnach rund 2,64 Aktien der Deutschen Telekom erhalten. Für beide Unternehmen würde die Telekom bei Zustimmung der Aktionäre zum Übernahmeplan etwas mehr als eine Milliarde eigene Aktien plus 5,4 Mrd. $ in bar bezahlen. Auf Basis des Telekom-Aktienkurs von 26 Euro am Dienstagnachmittag hätte die Übernahme beider Mobilfunkfirmen damit ein Volumen von rund 32 Mrd. Euro.

Basierend auf den deutlich höheren Kursen der Telekom-Aktien bei Abschluss der Verhandlungen im Sommer vergangenen Jahres hatte die Übernahme noch einen Wert von rund 50 Mrd. $. Auch die Aktien von VoiceStream und Powertel gaben seit dem Vertragsabschluss deutlich nach, büßten aber angesichts der Bedingungen des Aktientauschs weniger als der Branchendurchschnitt ein.

Die Telekom will mit Hilfe der Übernahmen in den USA als erstes Unternehmen ein flächendeckendes Mobilfunknetz im GSM-Standard anbieten und so Kunden aus allen Teilen der USA mobiles Telefonieren ohne Betreiberwechsel oder so genanntes Roaming anbieten. Roamingverträge regeln zwischen den Mobilfunkunternehmen die Nutzung von Mobilfunknetzen.

Die Telekom sieht im Vergleich zum europäischen Markt zudem in den USA noch ein großes Wachstumspotenzial, da dort die Zahl der Mobilfunkkunden im Verhältnis zur Einwohnerzahl noch deutlich geringer ist als in Europa. Analysten hatten die Übernahmepläne der Telekom in den USA zwar begrüßt, aber den Kaufpreis als deutlich zu hoch kritisiert.

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