Voicestream-Kauf als Begründung genannt
Telekom verschiebt Börsengang von T-Mobil

Die Deutsche Telekom hat von dem Plan Abstand genommen, ihre Mobilfunk-Tochter T-Mobil in diesem Herbst an die Börse zu bringen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Voicestrem-Übernahme noch an einem zu niedrigen Kurs der T-Aktie scheitern könnte.

HB/afp BONN. Zur Begründung teilte der Konzern in einer gewundenen Erklärung mit, der Kauf des US-Unternehmens Voicestream erhöhe die "Komplexität der Erstellung der notwendigen Börsenzulassungsprospekte". Die Deutsche Telekom wolle den tatsächlichen Wert der verschiedenen Geschäftsfelder transparent darstellen, hieß es.

Dazu gehöre auch, die Wachstums- und Synergiepotenziale des Mobilfunkgeschäftes unter Einschluss von Voicestream eindeutig sichtbar zu machen. Einen neuen Termin nannte das Unternehmen zunächst nicht.

Die Aktienfamilie bleibt 2000 wohl ohne Filius

Ursprünglich hatte die Telekom geplant, in diesem Jahr eine eigenständige Aktienfamilie unter dem Motto "T hoch drei" aufzubauen. Dazu sollte nach der Börseneinführung der Internet-Tochter T-Online im April und dem "dritten Börsengang" von T-Aktien des Mutterkonzerns im Sommer noch T-Mobil im Herbst kommen.

Der Zeitplan für die T-Mobil-Börseneinführung war eigens mit dem der Deutschen Post abgestimmt worden. Zuletzt hatte die Post ihren Börsengang für November angesetzt; der zuvor eingeplante Abstand von einem Monat zwischen dem Börsenstart von T-Mobil und der Post war offenbar entfallen. Bei der Telekom wie bei der Post ist der Bund noch Mehrheitseigentümer.

Voicestream-Übernahme bei sinkendem Kurs der T-Aktie gefährdet

Die Übernahme der US-amerikanischen Mobilfunkgesellschaft Voicestream durch die Deutsche Telekom könnte bei einem sinkenden Kurs der T-Aktie platzen. Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick sagte dem Magazin "Capital", die Ende Juli getroffenen Vereinbarungen enthielten eine Ausstiegsklausel, wenn der Telekom-Kurs im kommenden Frühjahr unter 33 Euro liegen sollte. Das Angebot an die VoiceStream-Aktionäre wäre dann nur noch rund 35 Mrd. $ wert, während es nach dem Stand vom Juli 50,7 Mrd. Dollar zuzüglich einer Schuldenübernahme von fünf Mrd. Dollar umfasste.

Deutsche Telekom AG 3-Monatsverlauf

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