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Voicestream rechnet 2001 mit Verlust von 300 Millionen Dollar

Der von der Deutschen Telekom gekaufte US-Mobilfunkbetreiber Voicestream rechnet im laufenden Jahr mit einem Verlust von 300 Mill. $ (691 Mill. DM).

afp MÜNCHEN. Voicestream-Chef John Stanton sagte nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" vom Freitag, etwa die Hälfte des Negativbetrages sei im ersten Quartal angefallen. Für den weiteren Jahresverlauf zeigte sich Stanton optimistischer: "Hält das Wachstumstempo an, schreiben wir in der zweiten Jahreshälfte schwarze Zahlen." Stanton verwies für die kommenden Jahre auf das hohe Nachholpotenzial des US-Mobilfunkmarktes. "Bis Ende 2003 werden sich 170 Millionen Amerikaner für einen Mobilfunker entscheiden, davon 100 Millionen Neukunden." VoiceStream habe alle Chancen, "überdurchschnittlich" viele von ihnen zu gewinnen.

Stanton pochte auch nach der Übernahme auf die Eigenständigkeit gegenüber der Telekom. "Natürlich ist Bonn wichtig, wenn es um die Finanzierung oder um strategische Fragen geht. Doch der Schlüssel zu unserem Erfolg, an dem die Telekom ja teilhaben möchte, ist unsere Nähe zu den Kunden." Telekom-Chef Ron Sommer hatte versprochen, in den kommenden Jahren bis zu 1,9 Mrd. $ in den Ausbau des Geschäftes von VoiceStream zu investieren. Telekom und VoiceStream wollten die Übernahme am Freitag endgültig besiegeln.

Eine zügige Einführung eines neuen Mobilfunkstandards für schnelle Datendienste wie UMTS in Deutschland sah Stanton in den USA nicht. "Wir hinken der Entwicklung in Europa bei der nächsten Mobilfunkgeneration um mehrere Jahre hinterher", sagte der VoiceStream-Chef. "Die nötigen Frequenzen werden vom Militär, von Spionagediensten, TV-Sendern, Schulen und Kirchen blockiert. Im Ergebnis stehen uns nicht einmal die Hälfte der Frequenzen zur Verfügung, die in Europa da sind."

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