Volatiler Handel nach US-Daten
Dax notiert leicht im Minus

Knapp behauptet tendieren die deutschen Aktienmärkte am Freitagnachmittag. Bis gegen 17.13 Uhr verliert der DAX 0,1 % oder vier auf 6 118 Punkte. Die US-Konjunkturdaten am Nachmittag haben Händlerangaben zufolge "richtig Schwung" in den Markt gebracht.

vwd FRANKFURT. Zuerst legten die Aktien nach den besser als erwartet ausgefallen Arbeitsmarktdaten zu. Kurze Zeit später drehte die Stimmung jedoch wieder, da der Index der US-Einkaufsmanager unter den Prognosen ausgefallen war. Sehr hohe Umsätze finden sich in Bank- und Versicherungstiteln, gefolgt von Technologiewerten. Dabei verlieren die Technologieaktien am deutlichsten, während sich die Versorger als Tagesgewinner zeigen.

Bei den einzelnen Titeln führen Degussa die Gewinnerliste an, wogegen Epcos ab stärksten verlieren. Für Technologiewerte ist die Stimmung verdorben, heißt es im Handel. Auf die nachbörsliche Umsatzwarnung des US-Halbleiterherstellers Altera hin geht es hier ins Minus. Aber auch die negativen Kommentare der Deutschen Bank, die diesen Sektor heruntergestuft hatte, belaste, sagen Händler. Marktteilnehmer führen die Bewegung auf "Zweifel am generellen Wachstumspfad der Branche" zurück. Die in der kommenden Woche beginnende Saison der Gewinnwarnungen in den USA sorge zudem für Verunsicherung, heißt es weiter.

Epcos verlieren 3,5 % auf glatt 70 EUR. Siemens geben 1,9 % auf 83,07 EUR ab, Infineon fallen um 2,2 % auf 40,01 EUR. SAP verbilligen sich um 3,2 % auf 162,49 EUR. Allianz stützen dagegen durch kräftige Kursgewinne den DAX und legen um 2,8 % auf 339,50 EUR zu. Händler vermuten, dass "noch einige potenzielle Hochstufungen über Allianz hängen". Nach den guten Geschäftszahlen würden noch ein paar große Häuser fehlen. Jetzt versuchten einige Marktteilnehmer, mögliche Kursgewinne bei Eintritt der Hochstufung vorwegzunehmen und kauften bereits jetzt. Aber auch Münchener Rück profitieren von der guten Stimmung für Versicherer und verteuern sich um 1,8 % auf 329,15 EUR.

Autowerte gehören teilweise zu den Verlierern. Befürchtete schwache US-Absatzzahlen seien hier der Grund, heißt es. Am Freitagnachmittag werden die US-Autoverkäufe für Mai mit einem Minus von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr erwartet. BMW tendiere schwächer als DaimlerChrysler, da bei Daimler bereits Absatzrückgänge eingepreist worden seien, heißt es. Bei BMW habe man dagegen auf weiter steigende Verkäufe gehofft, die "an die man jetzt wohl nicht mehr glaube", sagen Händler. BMW verlieren 1,4 % auf 39,54 EUR. DaimlerChrysler geben 0,9 % ab auf 53,45 EUR. Nur VW legen ein Prozent auf 58,15 EUR zu. Hier hätten die US-Absatzzahlen am frühen Nachmittag den Markt überzeugt, meinen Beobachter.

Telekom hält sich "relativ gut"

Deutsche Telekom fallen im Gefolge des Abwärtssogs europäischer Telekommunikationswerte und des Aktienrückflusses ehemaliger Voicestream-Gesellschafter. Händler verweisen darauf, "dass sich die Telekom dennoch sehr gut hält". Deutsche Telekom geben moderate 0,5 % auf 24,49 EUR ab. Degussa-Hüls legen aufgrund des Verkaufs ihrer Klebstoffsparte an Vantico um 3,6 % auf 34,88 EUR zu. MAN handeln am Tag ihrer HV etwas leichter. Der Wert leide unter der "extrem schlechten Stimmung im LKW-Bereich", sagen Händler.

Volvo und die Daimler-Tochter Freightliner hätten hier die Richtung vorgegeben. Allerdings könnten positive Ausblicke auf der HV "das Ruder auch wieder herumreißen". MAN geben um 0,7 % auf 28,05 EUR nach. Händler berichten von anhaltendem Interesse institutioneller Anleger an Preussag und RWE. Seit Donnerstag seien hier viele große Kauforders zu sehen gewesen, heißt es. Diese Tendenz nehme am Freitag sogar noch zu. Preussag steigen um zwei Prozent auf 39,25 EUR und RWE klettern um ebenfalls zwei Prozent auf 45,11 EUR.

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