Volatilität als Anlageklasse
Zitterprämien kassieren

Vor zehn Jahren hatten Anleger die Auswahl zwischen Aktien, Anleihen und vielleicht noch Immobilienfonds. Heute ist die Palette unterschiedlicher Anlageklassen schon wesentlich größer. Eine vergleichsweise junge Anlageklasse ist die Volatilität. Mit ihr können Anleger direkt von der gestiegenen Unsicherheit an den Kapitalmärkten profitieren.

Das Innovationstempo der Finanzbranche macht selbst informierten Anlegern inzwischen zu schaffen: Hatten sie vor zehn Jahren die Auswahl zwischen Aktien, Anleihen und vielleicht noch Immobilienfonds, ist das Angebot an Anlageformen in den vergangen Jahren drastisch gestiegen. Immer mehr Anleger verlieren den Überblick, welche Innovationen der Vermögensbildung überhaupt noch dienen und das Etikett "eigene Anlageklasse" tatsächlich verdient haben.

Dabei ist der Anspruch der Anleger an eine spannende Beimischung zu den klassischen Anlageprodukten wie Aktien, Anleihen und Co. relativ einfach. Sie sollte nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Börsenzeiten attraktive Erträge liefern. Das gilt umso mehr in Zeiten, in denen Investoren in den letzten Jahren mit attraktiven Erträgen in fast allen Vermögensklassen belohnt wurden und die nun ihr Depot auch für stürmische Zeiten rüsten wollen.

Eine vergleichsweise junge Anlageklasse, welche die Anforderungen von Anlegern an ein sturmerprobtes Investment nahezu idealtypisch erfüllt, ist die Volatilität. Hinter diesem abstrakten Begriff verbirgt sich ein Gradmesser für die Nervosität der Akteure an den Kapitalmärkten: Und genau diese ist im Zuge der Finanzkrise derzeit so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Damit rücken Produkte in den Fokus der Investoren, die unabhängig von der Richtung des Gesamtmarkts die Volatilität als Renditequelle für Anlageprodukte nutzen.

Vereinfacht gesprochen sorgt eine hohe Nervosität der Marktteilnehmer dafür, dass die Spekulation mit Optionen - also Produkten, bei denen die Anleger mit einem hohen Hebel und einem eingebauten Kredit spekulieren - aus Sicht der Käufer dieser Produkte tendenziell teurer wird. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass die Verkäufer dieser Produkte - in der Fachsprache Stillhalter genannt - höhere Preise für die von ihnen verkauften Optionen durchsetzen können als in ruhigeren Börsenzeiten. Für Anleger ist es daher interessant, sich in hektischen Börsenzeiten auf die Seite der Verkäufer dieser Produkte zu schlagen, um von den hohen Preisen zu profitieren, konkret: hohe Optionsprämien kassieren zu können.

Möglich ist das zum Beispiel über einfache Discountzertifikate: Mit ihnen erwirbt der Anleger einen Basiswert - also eine Aktie oder einen Index - mit Rabatt. Hinter der Konstruktion eines Discountzertifikats verbirgt sich der Kauf eines Basiswerts und zugleich der Verkauf einer Kaufoption. Anleger vereinnahmen also die Prämie aus diesem Verkauf, die dann den Rabatt auf den Basiswert darstellt. Und dieser Rabatt fällt um so höher aus, je größer die Nervosität an den Märkten - gemessen in der Volatilität – ist. Statt wie andere Anleger die Unsicherheit an den Märkten zu fürchten, wird sie für die Käufer dieser Zertifikategattung zu einem guten Geschäft. Mit keiner anderen Zertifikategattung lässt sich daher die Nervosität an den Märkten besser monetarisieren als mit Discountzertifikaten oder Investmentfonds, die in Discountzertifikate investieren. Die vereinnahmten Prämien sind ein attraktives Zubrot für Anleger und sorgen für interessante Renditechancen, selbst wenn die Märkte sich kaum bewegen oder gar leicht fallen.

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