Volatilität nähert sich den Höchstständen
Allianz: Der Trend geht zum Auf und Ab

Eigentlich ist das Kerngeschäft der Allianz, des größten Versicherers Europas, nicht übermäßig schwankungsanfällig. Dennoch brach die Aktie am Dienstag mal eben um sechs Prozent ein - einfach so. Nachrichten, mit denen man das hätte erklären können, gab es keine.

DÜSSELDORF. Die Allianz fiel einem größeren Trend zum Opfer: dem Trend zu immer größeren Kursschwankungen oder - wie die Börsianer sagen - zu immer größerer Volatilität. Die Entwicklung begann im Mai, und mittlerweile nähert sich die Volatilität den Höchstständen vom Terrorschock im September 2001 und der Asienkrise 1998.

Betroffen sind keineswegs nur Zockerbuden vom Neuen Markt. Auch einige der größten Konzerne Europas machen in jüngster Zeit Kurssprünge von zwanzig, dreißig oder gar vierzig Prozent am Tag, so France Télécom, Vivendi und gestern Alcatel.

Ein Grund: Viele Investoren sind verunsichert über die künftige Marktrichtung. Außerdem agieren die Anleger immer kurzfristiger, sie sind kaum mehr bereit, einer Aktie gegen den Markttrend treu zu bleiben.

Zudem wächst der Einfluss der Hedge-Funds. Diese konzentrieren sich oft in koordinierten Aktionen auf einzelne Aktien, deren Kurse gezielt in eine Richtung getrieben werden. Haben die Fonds ihr Ziel erreicht oder wendet sich der Markt gegen sie, dann stürzen sie sich blitzschnell auf die nächste Aktie.

Gleichzeitig steigt der Druck auf traditionelle Fondsmanager. Wer große Vermögen verwaltet, musste früher jährlich oder halbjährlich über den Anlageerfolg berichten. Heute verlangen viele Investoren monatlich Rechenschaft. Wer dabei schlecht abschneidet, verliert leicht sein Mandat.

Extreme Ausschläge treten oft kurz vor einer Trendwende auf. Gut möglich, dass wir gerade auf so einen Wendepunkt zusteuern. Doch die genannten Trends sorgen dafür, dass die Schwankungen unabhängig vom Kursverlauf hoch bleiben - oder gar weiter steigen.

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