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Volksbanken und Raiffeisenbanken: Jahresüberschuss auf über 2,5 Mrd. [euro] gestiegen

Die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken können für das Jahr 2003 wiederum eine positive ...

Die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken können für das Jahr 2003 wiederum eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnen. Der addierte Jahresüberschuss vor Steuern ist Ende 2003 auf über 2,5 Mrd. Euro und damit auf 0,46% der durchschnittlichen Bilanzsumme der Genossenschaftsbanken gestiegen. Auch die Entwicklung bei den Verbundunternehmen ist erfreulich. Dies teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anlässlich seiner Jahrespressekonferenz in Berlin mit.
Die vorläufigen Ertragszahlen zeigen eine über dem Vorjahresniveau liegende erfreuliche Ergebnisentwicklung der Kreditgenossenschaften im Jahr 2003. Zu den wesentlichen Faktoren, die zur verbesserten Ertragslage geführt haben, zählen die Erholung der Aktienmärkte, das wieder ansteigende Zinsgefälle an den Geld- und Kapitalmärkten und die niedrigeren Wertberichtigungen.
Der Zinsüberschuss der Kreditgenossenschaften stieg 2003 um mehr als 0,4 Mrd. Euro auf 14,1 Mrd. Euro (2,54% der durchschnittlichen Bilanzsumme). Der Anstieg des Zinsüberschusses ist vor allem auf das wieder angestiegene Zinsgefälle an den Geld- und Kapitalmärkten zurückzuführen.
Das Provisionsergebnis hat sich im Geschäftsjahr 2003 um 0,2 Mrd. Euro auf annähernd 3,3 Mrd. Euro leicht erhöht. Dies entspricht 0,59% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Eine weitere Erholung der Aktienkurse kann das Provisionsergebnis weiter verbessern und die Emissionstätigkeit der Unternehmen beleben.
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Kreditgenossenschaften haben sich im Jahr 2003 zwar ebenfalls um etwas mehr als 0,3 Mrd. Euro auf 12,9 Mrd. Euro erhöht. Gemessen an der durchschnittlichen Bilanzsumme ist mit 2,33% der durchschnittlichen Bilanzsumme die Verwaltungskostenspanne aber nur noch geringfügig um 0,03 Prozentpunkte höher als im Vorjahr ausgefallen. Diese Konstanz ist als Ergebnis der Kostenbemühungen der Gruppe zu werten.Das Teilbetriebsergebnis verbesserte sich durch die Zunahme des Zins- und Provisionsüberschusses um fast 0,3 Mrd. Euro auf 4,5 Mrd. Euro (0,80% der durchschnittlichen Bilanzsumme).
In der Summe aller Erfolg bestimmenden Faktoren des ordentlichen Geschäftes erzielten die Kreditgenossenschaften im Jahr 2003 ein um mehr als 0,2 Mrd. Euro gesteigertes Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 4,9 Mrd. Euro. Der Anstieg des Betriebsergebnisses vor Bewertung ist 2003 zusätzlich durch die Entlastung im Bereich des Bewertungsergebnisses verstärkt worden, so dass trotz des Wegfalls außerordentlicher Erträge aus Umstrukturierungsmaßnahmen im Verbund im Vergleich zum Vorjahr der Jahresüberschuss vor Steuern um mehr als 0,1 Mrd. Euro auf 2,5 Mrd. Euro (0,46% der durchschnittlichen Bilanzsumme) gewachsen ist, während die Steuerbelastung im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert geblieben ist.
Der Jahresüberschuss nach Steuern stieg deshalb ebenfalls um 0,1 Mrd. Euro auf knapp 1,7 Mrd. Euro leicht an. Die addierte Bilanzsumme der genossenschaftlichen Banken stieg zum Jahresende 2003 auf insgesamt 566 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um 6,1 Mrd. Euro oder 1,1%. Zusammen mit der DZ Bank, der WGZ-Bank, den genossenschaftlichen Hypothekenbanken und der Bausparkasse Schwäbisch Hall betrug die addierte Bilanzsumme des FinanzVerbundes 908,9 Mrd. Euro.
Das Jahr 2003 war durch eine schwache konjunkturelle und wirtschaftliche Entwicklung gekennzeichnet. Dies zeigte sich unter anderem in den anhaltend hohen Unternehmensinsolvenzen, einer großen Zurückhaltung bei Investitionen sowie in der geringen Konsumneigung der Verbraucher. Die schwierigen Rahmenbedingungen beeinflussten auch das Kreditgeschäft der Volksbanken und Raiffeisenbanken, das sich durch eine zögerliche Nachfrage nach Krediten auszeichnete. Das Kundenkreditvolumen ist im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 2,9 Mrd. Euro moderat gestiegen und betrug zum Jahresende 344 Mrd. Euro. Je nach Laufzeit ergab sich ein unterschiedliches Bild der Kreditnachfrage: Während sich die kurzfristigen und mittelfristigen Ausleihungen verringert haben, verzeichneten die Kreditgenossenschaften bei den langfristigen Darlehen ein Plus von 4,2% auf 268 Mrd. Euro. Das Wachstum der langfristigen Kredite ist auf die nach wie vor günstigen Zinskonditionen zurückzuführen, aber auch Ausdruck der Befürchtung, dass mit der geplanten Einführung neuer Eigenkapitalregeln für Kredite (Basel II) die Risikokosten deutlich steigen könnten. Die kurzfristigen Kredite haben sich im vergangenen Jahr um knapp 4,5 Mrd. Euro (8,8%) auf 46 Mrd. Euro verringert. Das Volumen der mittelfristigen Kredite ging ebenfalls erkennbar um 3,5 Mrd. Euro (10,5%) auf knapp 30 Mrd. Euro zurück.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 10.03.2004

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