Volksbegehren
Mehr Macht für Liechtensteins Fürst Hans-Adam II.

Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein kann mit seinen Untertanen zufrieden sein: Etwa zwei Drittel der 17 000 Stimmberechtigten gaben am Sonntag seinem Begehren nach mehr Macht das Ja-Wort. Nun kann der 58-Jährige auch seine Regierung entlassen, ohne dies näher begründen zu müssen.

HB/dpa VADUZ. Ein Gegenvorschlag, nach dem das Liechtensteiner Parlament mehr Rechte bekommen soll, kam nur auf rund 16 Prozent. In einer ersten Reaktion zeigte sich der Fürst denn auch hocherfreut. Er hatte bei einem Scheitern seines Planes mit seiner Auswanderung nach Wien gedroht.

Bei der Abstimmung ging es um eine Reform der seit 1921 geltenden Verfassung. Der Fürst verteidigte dabei sein Veto-Recht gegen verabschiedete Gesetze. Im hoch emotional geführten Abstimmungskampf hatten Gegner und Befürworter der Fürsteninitiative sich nichts geschenkt. So war unter anderem ein Demokratie-Manifest für den Erhalt der demokratischen Rechte im Kleinstaat verabschiedet worden.

Nach Ansicht des Fürsten wiederum war ein Sieg in der Abstimmung aber wichtig für das liechtensteinische Volk. Die Gegner der Monarchie könnten keine Lösungen anbieten, sondern nur die Fortsetzung des Verfassungsstreites, der dem Kleinstaat innen- und außenpolitisch schwer geschadet habe.

Adam hatte schon vor der Wahl erklärt, für ihn persönlich sei ein Sieg nicht so wichtig, denn er wolle nach Beendigung des Verfassungsstreites von seinem Amt als Staatsoberhaupt zurücktreten. Das Amt koste ihn Zeit, Geld und bringe manchen Ärger. Erbprinz Alois hat bereits angekündigt, Fürst Hans-Adam II. bald auf dem Thron ablösen zu wollen. Es gebe aber noch keinen genauen Termin für eine Übergabe der Amtsgeschäfte, hatte der Thronfolger in Interviews erklärt. "Der Fürst und ich werden uns in der Zeit nach der Abstimmung in aller Ruhe den bestmöglichen Termin für eine Übergabe überlegen", sagte Alois.

Alois äußerte sich zudem bereits über seine künftige Rolle als regierender Fürst. Wenn das Volk es wünsche, dass das Staatsoberhaupt auch eine politische Funktion wahrnehme, dann erwarte es auch, dass der Fürst klare Worte spreche, wenn er dies für notwendig halte.

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