Volkswagen, BMW und Daimler Chrysler setzen auf ein Wiederanspringen der Automobilkonjunktur
Die Zeichen für Auto-Aktien stehen gut

Nach mehr als zwei absatzschwachen Jahren zeigt sich die deutsche Autoindustrie optimistisch. Einige Konzerne melden trotz der weltweit schwachen Konjunktur wieder erste Erfolge. Im Vorfeld des Pariser Autosalons stellten sie sogar Absatzuwächse in Aussicht.

FRANKFURT/M. Die mageren Jahre in der Automobilindustrie scheinen vorüber zu sein. In der Branche machen sich erste Hoffnungsschimmer breit. Auf dem Pariser Autosalon vermeldeten zahlreiche Konzerne erste Erfolge bei ihren Kosteneinsparungen und stellten Absatzzuwächse in Aussicht.

Auch der Deutsche Aktienindex (Dax) startete angeführt von Automobil-Aktien gestern freundlich in den Handel. Die Papiere von BMW und Daimler Chrysler legten jeweils über 3,5 Prozent zu. Die Volkswagen-Aktie stieg sogar um fast vier Prozent. Arndt Ellinghorst, Analyst bei WestLB Panmure hält diese positive Kursentwicklung zum Großteil für eine technische Reaktion: "Die schlechte Performance zu Beginn der Woche war sicher übertrieben. Dadurch, dass viele Konzerne ihre Prognosen jetzt bestätigt haben und einige sogar positive Aussagen gemacht haben, hat sich der Markt etwas besonnen."

Die Daimler Chrysler-Werte wurden zudem von einem positiven Ausblick des Chrysler-Chefs Dieter Zetsche beflügelt. Die Konzernführung der US-Sparte von Daimler Chrysler erwartet für das dritte und vierte Quartal einen positiven operativen Gewinn. Darüber hinaus soll der Absatz in Europa in den kommenden vier bis fünf Jahren verdoppelt werden.

Auch bei dem Münchener Autobauern BMW gab es gestern eine Anhebung der Absatzprognose. Zum Auftakt der Pariser Automesse erklärte BMW-Chef Helmut Panke gestern, er erwarte für 2003 ein Plus von zwei bis drei Prozent in Westeuropa. Der Münchner Konzern fährt in diesem Jahr weiter gegen den negativen Branchentrend und peilt neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn an. Zudem werde das Unternehmen das bisher anvisierte Ziel, das britische Kultfahrzeug Mini mindestens 120 000 Mal zu verkaufen, um zehn Prozent übertreffen, teilte Panke mit. Der Absatz für den Gesamtkonzern konnte in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 19 Prozent gesteigert werden. Insgesamt verkaufte die Bayerische Motoren Werke AG 800 000 Fahrzeuge.

Auch bei VW optimistisch

Auch bei Volkswagen sind die Konzernlenker wieder optimistisch. VW-Vertriebsvorstand Detlef Wittig rechnet nach mehreren rückläufigen Jahren mit einem Aufschwung in der deutschen Automobilkonjunktur im Laufe des kommenden Jahres. Der Schub würde sich aus dem hohen Bedarf der Käufer ergeben, ihr Auto auszutauschen. "Wenn es nicht schlechter wird, müssten wir die fünf Millionen 2003 wieder schaffen", sagte Wittig am Donnerstag auf dem Autosalon in Paris. Zuvor hatte Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die Verkaufszahlen für das laufende Jahr auf 4,975 (Vorjahr 5,08) Millionen taxiert. "Diese Zahlen übertreffen unsere Prognosen", sagt Sebastian Stein, Automobil-Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin. Seine Empfehlung für die Volkswagen-Aktie lautet akkumulieren, den fairen Preis sieht er bei 55 bis 60 Euro. "Dieser Kurs wird aber erst erreicht, wenn sich die Börsenlage normalisiert hat", fügt Stein hinzu.

Für das VW-Papier rechnet Ellinghorst, der bei der West LB Automobil-Titel analysiert, mit einer guten Entwicklung in den kommenden Jahren. "Im Jahr 2004 wird der Konzern eine starke Ergebnisdynamik aufweisen. Der Markt wird diese schon im ersten Quartal 2004 antizipieren", erwartet Ellinghorst.

Ellinghorst erwartet, dass sich der deutsche Automobil-Markt im ersten Halbjahr 2003 stabilisieren wird. "Der Markt hat zwar einen historischen Tiefpunkt erreicht und hat europaweit das beste Aufwärtspotenzial, aber eine Erholung ist noch nicht zu erkennen, denn die Konsumenten sind noch zu verunsichert", erklärt Ellinghorst. Dennoch hält der WestLB-Analyst den Auto-Sektor für sehr sicher. "Das ist kein Skandalsektor. Seit Anfang September 2001 hat sich dieser Markt sehr viel besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Und die Anleger wurden auch nicht durch Bilanzfälschungen verunsichert", meint Automobil-Experte Ellinghorst.

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