Volkswagen will künftig geringere Preisunterschiede bei seinen Modellen in Europa
VW kappt Händlern die Mindestmarge

VW-Vertriebsvorstand Detlef Wittig kündigte am Mittwoch in mehreren Interviews an, dass die von der EU kritisierten hohen Preisunterschiede für Neuwagen in Europa mit dem neuen Golf V und dem geplanten neuen Passat erheblich verringert werden sollen.

HB FRANKFURT. VW werde die garantierte Mindestmarge für einen verkauften VW von 13,5 auf elf Prozent absenken, kündigte VW-Vertriebschef Wittig am Mittwoch in den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Automobilwoche" an. Gleichzeitig werde wie von VW im Gegenzug vorgeschlagen die Höchstmarge für besonders erfolgreiche Händler von 18,8 auf 20 Prozent je Fahrzeug steigen. Die Darstellung Wittigs von einer Einigung mit den Händlern wollte VW/Audi-Händlerverband nicht bestätigen.

Die Nachverhandlungen mit der Konzernführung hätten leider keine grundlegenden Änderungen der von vielen Händlern kritisierten Pläne gebracht, sagte Verbandsgeschäftsführer Dieter Lamle am Rande der Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Es werde vom Verband keine Empfehlung zur Annahme der neuen Händlerverträge von VW geben. "Wir können aber ebenso wenig generell empfehlen, sie abzulehnen." Jeder Händler müsse selbst entscheiden, sagte Lamle.

In Händlerkreisen galt es als sicher, dass der Großteil sich dem VW-Angebot angesichts der schwierigen Autokonjunktur beugen werde. Der Händlerverband geht davon aus, dass mit den neuen Verträgen die durchschnittlichen Händler-Vergütungen trotz der erhöhten Bonusspanne sich für die Marke VW voraussichtlich von 16,5 Prozent auf 15,5 Prozent, für Audi von 17,8 auf 16,5 Prozent verringern werde. VW-Händler gehen davon aus, dass sich damit die Möglichkeit für Kaufanreize mittels Preisnachlässen an die Kunden verschlechtert.

VW-Vorstand Wittig kündigte in der "Automobilwoche" an, dass die Nettopreise für den auf der IAA präsentierten neuen Golf V europaweit künftig nur noch um fünf bis sieben Prozent voneinander abweichen sollen. Bislang lag die maximale Preisdifferenz nach Branchenangaben beim Golf bei rund 30 Prozent. Auch für den neuen Passat solle die Bandbreite der Preise reduziert werden, sagte Wittig. Die hohen Preisunterschiede werden seit Jahren von der EU kritisiert. Für Autokäufer boten sie bisher die Möglichkeit, entweder in benachbarten Ländern direkt oder über so genannte Re-Importe Autos wesentlich preisgünstiger als im normalen Autohandel zu bekommen.

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